Skulpturen-Projekte im Kreis Coesfeld: Goertz-Werk auf dem Marktplatz in Coesfeld mit eigenartigen Wesen
Ein Brunnen als Elemente-Konferenz

Kreis Coesfeld (pd/vth). Die Skulptur-Projekte in Münster begeistern in diesen Wochen Kunstfans. Dabei lohnt sich ein Blick ins Umland der Westfalenmetropole ebenfalls. „Auch im Kreis Coesfeld gibt es prominente Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum, die einen Besuch wert sind – ideal zu kombinieren mit einer Fahrt nach Münster“, meint Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Freitag, 25.08.2017, 11:13 Uhr

Skulpturen-Projekte im Kreis Coesfeld: Goertz-Werk auf dem Marktplatz in Coesfeld mit eigenartigen Wesen : Ein Brunnen als Elemente-Konferenz
Der Coesfelder Marktplatz mit der „Konferenz der Elemente“ von Bildhauer Jürgen Goertz. Foto:vth Foto: az

In loser Folge stellen wir in den kommenden Wochen einige Skulpturen im Kreis Coesfeld vor.

Coesfeld: Im Herzen der Kreisstadt befindet sich „Die Konferenz der Elemente“, die der Bildhauer Jürgen Goertz im Jahr 1990 schuf.

Feuer, Erde, Wasser und Luft werden auf ganz unterschiedliche Weise dargestellt und treten miteinander in Dialog, mitten auf dem Markplatz. Das Feuer wird durch einen roten Backsteinturm symbolisiert, der mit farbigen Steinen verziert ist. Eine schwebende, Figur fußt darauf und steht für das Element Luft. Das Wesen scheint im Profil ein menschliches Gesicht zu haben, sieht aus wie ein Gaukler. Erst wenn man genauer hinschaut, sieht man den krassen Gesichtsaus-

druck –

entsetzt, voller Angst, nach Luft ringend. Das Wasser findet sich in einem Becken und sprudelt aus fünf abends beleuchteten Kugeln; am Rand „sitzt“ ein großer Fisch buchstäblich auf dem Trockenen. Das angrenzende Beet nimmt die Form des Wasserbeckens auf, ist mit Erde gefüllt und bepflanzt. Ein Wildschwein komplettiert die Gruppe und zählt zu jenen Tieren, die lange aus ihrem ursprünglichen Lebensraum verdrängt wurden. Das Schwein trägt eine Astgabel am Rücken und hat einen verzerrten Gesichtsausdruck, als ob ein Schreien festgehalten wurde, ein Schreien, dass zur Starre geworden ist. Das Hinterteil zeigt in Richtung Rathaus.

Vielfältige Interpretationen der „Konferenz der Elemente“ sind möglich. Und genau das wollte Künstler Goertz auch erreichen, der selber nie eine wirkliche Auflösung geboten hat - eben weil er es nicht als seine Aufgabe ansieht, eine Interpretation abzuliefern, sondern diese lieber den Betrachtern überlässt.

Deshalb wird das Werk in der „guten Stube“ Coesfelds nach wie vor viel diskutiert und löst kontroverse Meinungen aus. Auch der Umgang des Menschen mit der Schöpfung kann als ein Thema des Bildhauers gesehen werden, denn die „Elemente“ erscheinen ja zugleich als Wesen. Auf den Internetseiten der Stadt Coesfeld schreibt Dr. Jörg Heydemann über dieses Ensemble: „Die Zentrik dieser Anlage, die Formenvielfalt ihrer Plastiken, die Bewegungsfähigkeit der großen Figur, treten in eine wohltuende Opposition zu den Fronten der Marktplatzarchitektur.“

Goertz (Jahrgang 1939) hat zahlreiche Großplastiken in deutschen Städten geschaffen; er lebt und arbeitet in der Nähe von Heidelberg.

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