Nächste Runde Markenfindung: Kreisausschuss sagt Ja zu höheren Zuschuss / „Souverän“ als zentraler Begriff
Treffendere Bilder fürs Münsterland

Kreis Coesfeld. Klaus Ehling hat ein Problem: Wenn er „Münsterland“ oder auch „Kreis Coesfeld“ googelt, zeigt die Internet-Suchmaschine überwiegend Kartenumrisse an. Kaum Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Bauernhöfe. Nicht einmal Pferde.

Samstag, 16.12.2017, 09:52 Uhr

Nächste Runde Markenfindung: Kreisausschuss sagt Ja zu höheren Zuschuss / „Souverän“ als zentraler Begriff: Treffendere Bilder fürs Münsterland
Wer im Internet bei Google Bilder unter dem Stichwort „Münsterland“ sucht, bekommt viele Karten zu sehen. Foto: az

„Wir wollen das ändern“, erklärte der Vorstand von Münsterland e.V. entschlossen in der Sitzung des Kreisausschusses.

Seit Sommer 2016 läuft ein Prozess zur Markenstrategie Münsterland, an dem neben Münsterland e.V. ein Fachbüro und eine Lenkungskommission sowie weitere Experten beteiligt sind. Das Ziel: dem Münsterland eine Marke verleihen. Die Menschen sollen mit dem Münsterland etwas verbinden. „So wie bei Paris alle an Liebe denken“, erläuterte Ehling.

Mit dem Markenfindungsprozess soll es nun in die nächste Runde gehen. Dafür gab der Kreisausschuss einhellig grünes Licht. Der Zuschuss für die nächste Phase soll um 43 600 Euro erhöht werden. Der Gesamtzuschuss des Kreises an den Münsterland e.V. beläuft sich damit ab 2018 auf rund 185 000 Euro.

Mit dem Münsterland werde zwar viel assoziiert, führte Ehling aus. Parklandschaften, Pferde, Radfahren, Landwirtschaft, vielseitiges Unternehmertum. Und Menschen mit einem eigenen Kopf. Eine Marke Münsterland sei bislang aber nicht installiert worden.

Seit Sommer steht ein Zwischenergebnis des Markenfindungsprozesses: Die Münsterländer bezeichnen sich demnach als „naturverbunden, tatkräftig, gemeinschaftlich, aufstrebend und überlegt“. Die Umschreibung, die die Projektgruppe gefunden hat: „Wir sind die kultivierteste Landlust für ein selbstbestimmtes Leben“, fasste Ehling zusammen. Bei der Suche nach einem Wert, der in einem einzigen Wort ausgedrückt werden kann, ergab sich „souverän“. Nein: „Das ist nichts, was wir in einer Zeitungsanzeige schreiben würden“, erläuterte Ehling. Vielmehr seien dies definierte Ziele, eine Grundlage, die zu einem marketingfähigen Format weiterentwickelt werden soll. Wichtig sei auch gewesen, dass diese Begriffe noch nicht von einer anderen Region besetzt sind.

Als nächstes sollen Entscheidungsträger des Münsterlandes eingebunden werden, um die Marke Münsterland zur Grundlage ihres Handelns zu machen. In fünf Regionalkonferenzen, darunter eine im Kreis Coesfeld, sollen im nächsten Jahr konkrete Projekte und Initiativen entwickelt werden.

Schwierig fanden einige Politiker im Kreisausschuss den Begriff „souverän“ als Münsterland-Synonym. „Das klingt erst einmal wie ein Fremdwort“, meinte Hans-Peter Egger von der CDU. Ob es denn keine Alternativen gegeben habe, wollte sein Fraktionskollege Viktor Kleerbaum wissen.

Der Begriff ist gesetzt, wie Ehling verdeutlichte. „Er soll ja auch ruhig Ecken und Kanten haben.“ Schließlich sei Markenfindung kein demokratischer Prozess in dem Sinne, dass am Ende ein möglichst diplomatisches Ergebnis herauskommt. „Dann würde es keinen Sinn machen.“

In weiteren Schritten können auch Themen wie Fahrradregion, Klimaschutz oder Mobilität aufgearbeitet werden, antwortete Ehling auf Nachfragen im Ausschuss. „Eine Marke wird ja nicht durch das Etikett erfahrbar, sondern durch den Inhalt.“ Letztlich sollen die 1,6 Millionen Einwohner Markenbotschafter werden.

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