Regierungspräsidentin lässt – unterstützt von Freundin und Schwester – bei Ralf Steindorf nichts anbrennen
Feller kocht auch für ihren Fahrer

Coesfeld. Der zünftige Rindfleisch-Eintopf köchelt auf dem Herd, der Meeresspargel aus dem Toten Meer ist zum Wässern eingelegt und der Wein bekommt schon mal Gelegenheit zu atmen. Ergo: Wenn Ralf Steindorf kocht, ist alles ist in feinster Vorbereitung. Entspannt, mit dem professionellen, praktischen Grubentuch lässig in der Gesäßtasche, hat er alles bestens unter Kontrolle.

Dienstag, 20.02.2018, 14:04 Uhr

Regierungspräsidentin lässt – unterstützt von Freundin und Schwester – bei Ralf Steindorf nichts anbrennen: Feller kocht auch für ihren Fahrer
Eine vergnügliche Kochrunde: Ralf Steindorf (l.) mit Regierungspräsidentin Dorothee Feller (r.) sowie ihrer Schwester Magdalene Kruse und Sandkastenfreundin Ursula Beckmann-Wübbert. Foto: Ulla Wolanewitz

Zusammen mit dem Kolping-Bildungswerk hatte der Hobbykoch am Freitagabend in die Vorführküche vom Möbelhaus Stall eingeladen. Als V.I.P. des Abends fuhr die Regierungspräsidentin (RP) Dorothee Feller vor – mit ihrem Chauffeur und „der gehört für mich immer mit an die Tafel“, erklärte Steindorf seine Spielregeln und ließ durchblicken, dass er da beim Bischof auch keine Ausnahme gemacht hat: „Der kredenzte seinem Fahrer am Ende das Dessert.“ Genau das ist Sinn und Zweck seines Konzeptes: Beim gemeinsamen Kochen stehen das Miteinander, unabhängig von Rang und Namen, und das Gespräch an erster Stelle auf dem Menüplan. Eine kleine bittere Pille musste der Maître de Cusine zu Beginn des Kochevents allerdings schlucken. Kurzfristig sagten sechs Teilnehmer ab – und „das ist immer ärgerlich, weil man entsprechend einkauft“. Nun denn, Bitterstoffe regen den Appetit an, ebenso wie es dem Prosecco-Maracuja-Physalis Aperitif nachgesagt wird, mit dem die Gäste das Menü starteten.

Bevor jedoch das Nudelholz ins Rollen kam, erhielt die Regierungspräsidentin – Überraschung – noch zweifache Unterstützung, von der sie nichts wusste: Steindorf hatte ihre Schwester Magdalene Kruse aus Rhede und ihre Sandkastenfreundin Ursula Beckmann-Wübbelt aus Dorsten für dieses illustre Kochspektakel erwärmen können. Ein Volltreffer sozusagen. Nicht nur, weil die große Schwester Oecotrophologin ist, sondern weil Steindorf schnell feststelle, dass das Damen-Trio ihn fast arbeitslos machte.

Daniel Fissenewert übernahm zwischendurch die Moderation der Fragen aus dem Publikum, denen sich die Juristin, Jahrgang 1966, ganz charmant und tiefenentspannt stellte.

Seit 30 Jahren ist die gebürtige Dorstenerin bei der Bezirksregierung Münster. Seit einem Jahr ist sie als RP Nachfolgerin von Reinhard Klenke. Wie sich ihr Arbeitstag gestaltet? „Ich fahre nach wie vor gerne mit dem Rad zur Arbeit. Auch bei Regen“, ließ sie durchklingen. Zwischen sieben und acht Uhr beginne sie mit der Arbeit, vielfach mit der Vorbereitung von Besprechungen, die sie eben auch oft in die Ministerien nach Düsseldorf führen. Dabei sei ihre Ausbildung als Mediatorin sehr von Vorteil, weil „sie hilft, die Ruhe zu bewahren“. Schulpolitisch ist es ihr ein großes Anliegen, die Digitalisierung in den Schulen weiter voran zu treiben. Nicht nur, was die Ausstattung anbelange, sondern vor allem die Lerninhalte. „Dazu gehört natürlich auch eine gute Fortbildung der Lehrer“, so Feller. Das sei notwendig, damit die Kinder gut gewappnet seien für die Zukunft. „Und jetzt muss ich zurück zu meinen Burgern“, sprach die RP und verschwand mit ihrem Pfannenwender wieder hinter die Küchenzeile. Die Burger gab´s anschließend mit Meeresspargel und zartem Butterfisch vor dem Huhn auf Basmatireis mit Spinat. Den krönenden Abschluss des gehaltvollen Abends lieferte das Potpourri-Dessert mit bayrischer Creme.

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