Kreis Coesfeld
Bald Geld überweisen „in Echtzeit“

Kreis Coesfeld. 10, 9, 8 ... 3, 2, 1, 0. Bei der Jahrespressekonferenz der Sparkasse Westmünsterland in Borken wurde gestern Mittag elektronisch per Beamer-Präsentation runtergezählt. Die Journalisten sollten ein Gefühl dafür bekommen, wie schnell künftig Überweisungen mit einem neuen technischen Verfahren dauern: nämlich nur noch 10 Sekunden. Bisher ist das Geld, das beispielsweise der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter überweist, zwei bis drei Tage „unterwegs“. Mitte des Jahres – der genaue Termin steht noch nicht fest – soll es „in Echtzeit“ gehen. Die Sparkasse Westmünsterland ist bundesweit eines der ersten Institute, die diese Innovation in die Tat umsetzen.

Sonntag, 11.03.2018, 11:06 Uhr

Kreis Coesfeld: Bald Geld überweisen „in Echtzeit“
Der Vorstand der Sparkasse Westmünsterland bilanzierte ein erfolgreiches Jahr: v. l. Vorsitzender Heinrich Georg Krumme, Norbert Hypki, Wilhelm Nassmacher, Jürgen Büngeler und Dr. Raoul G. Wild. Foto: Detlef Scherle

Ihr Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme konnte „ein sehr erfolgreiches Jahr 2017“ bilanzieren. Das gesamte Kundengeschäftsvolumen stieg um 485 Millionen Euro auf 13,4 Milliarden Euro. Damit sei die Sparkasse „die Hausbank des Westmünsterlandes“, unterstrich er.

Zunehmend werden die Dienstleistungen nicht mehr nur in den Geschäftsstellen und Service-Centern erbracht, sondern auch online, wie Vorstandsmitglied Norbert Hypki erläuterte: „Jeden Monat nutzen rund 34 000 Kunden die Sparkassen-App, 19 Prozent mehr als im Vorjahr.“ Fast 15 Millionen Besuche verzeichnete die Internet-Filiale nach seinen Angaben im vergangenen Jahr – das sind 18 Prozent mehr.

Das Geschäft verlagert sich. Allerdings gebe es da „keinen Masterplan“, wie Krumme auf Nachfrage erklärte. Vielmehr entscheide der Kunde mit seinem Nachfrageverhalten darüber, wie es weitergeht. Zurzeit hat die Sparkasse in den Kreisen Coesfeld und Borken noch 102 Standorte – an 80 davon arbeiten (noch) Mitarbeiter. Hypki erwartet, dass sich der Trend, Einfaches digital zu erledigen, bei den Kunden fortsetzen werde. „Bei komplexen Themen setzen wir dagegen weiter voll auf persönliche Beratung“, versicherte er. Und die solle auch „in der Fläche“ erhalten bleiben. Deshalb baue die Sparkasse nicht nur die digitalen Kanäle aus, sondern investiere auch weiter in ihre Standorte. So wird am 15. April das neue Beratungs-center „Ostenstever“ in Lüdinghausen der Öffentlichkeit vorgestellt. Schließungen seien 2018 nicht geplant.

Der Erfolg der Sparkasse hatte 2017 wieder vor allem mit dem florierenden Kreditgeschäft zu tun. „Über eine Milliarde Euro an Krediten haben wir insgesamt neu zugesagt, vor allem an den Mittelstand für Investitionen und Privatkunden für den Wohnungsbau“, berichtete Vorstandsmitglied Jürgen Büngeler. Das seien etwa fünf Millionen Euro jeden Tag. Insgesamt stehen die Kredit-Kunden bei der Sparkasse mit 6 Milliarden Euro in der Kreide – das sind 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die eigentlich bodenständigen Westmünsterländer, die bislang auf das klassische Sparbuch setzten, scheinen in Niedrigzinszeiten auch ihre Scheu vor Aktien zu verlieren, wie Vorstandsmitglied Raoul G. Wild deutlich machte. Er sprach von einem „Jahr des Wertpapiers“. Das Volumen, das Sparkassenkunden zusätzlich neu in Wertpapieren anlegten, stieg von 39 auf 67 Millionen Euro. „Das ist so viel wie seit Jahren nicht mehr.“ Gefragt gewesen, so Wild, seien vor allem Investment-, Aktien- und offene Immobilienfonds.

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