Kreis Coesfeld
„Luisa“ auf dem Sprung nach Coesfeld

Kreis Coesfeld. In Münster ist „Luisa“ schon seit Dezember 2016 in der Party-Szene aktiv. Jetzt soll sie auch in den Kreis Coesfeld kommen. „Luisa“, das ist die Code-Frage „Ist Luisa hier?“, die Mädchen und Frauen diskret an der Theke Mitarbeitern in Lokalen und Diskotheken stellen können, wenn sie sich unsicher oder unwohl fühlen, weil ein Mann sie sexuell belästigt, bedrängt oder sogar bedroht. Deutschlandweit machen gastronomische Betriebe in 36 Städten bei der Aktion mit. Coesfeld soll als erste Stadt im Kreis Coesfeld die Nummer 37 werden. „Vier Betriebe sind schon dabei“, berichtet Barbara Bochard von Frauen e. V. Der Verein hat es sich im Rahmen seiner Präventionsarbeit auf die Fahnen geschrieben, möglichst viele Mitstreiter für „Luisa“ zu gewinnen.

Mittwoch, 11.04.2018, 07:42 Uhr

Kreis Coesfeld: „Luisa“ auf dem Sprung nach Coesfeld
Machen sich für den Hilfecode „Ist Luisa hier?“ stark: (v. l.) Denise Scheffzik (Diskothek Fabrik, Coesfeld), Miriam Harosh-Pätsch (Frauen e. V.), Barbara Borchard (Frauen e. V.) und Marvin Jödden (Café Extrablatt, Coesfeld). Foto: Detlef Scherle

Dass Frauen gerade bei Disko-Besuchen und Party-Events immer wieder in schwierige Situationen geraten – das ist auch im Kreis Coesfeld Alltag. „Man sieht das, wenn Mädchen sich unwohl fühlen“, berichtet Denise Scheffzik von der Diskothek „Fabrik“ in Coesfeld, die auch vor „Luisa“ schon ein eigenes Hilfsprogramm unterhielt. „Wir wollen, dass sich jeder Gast bei uns wohlfühlt“, sagt sie. Wer Frauen belästigt, bekommt dort von Security-Leuten die „Rote Karte“ gezeigt. Für einen Abend. Oder dauerhaft. Auch Scheffzik begrüßt aber jetzt die Einführung von „Luisa“, weil es „noch niedrigschwelliger“ sei, dem Thekenpersonal die Code-Frage zu stellen, als die Türsteher um Hilfe zu bitten.

Genau das ist der Ansatz, wie Bochard erklärt: „Das Personal kann der Frau diskret aus der Situation heraushelfen.“ „Und zwar ohne dass die Situation eskaliert“, ergänzt ihre Kollegin Miriam Harosh-Pätsch. Wie? „Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten“, erklärt sie. Als erstes sollte der Frau bei Bedarf ein sicherer Ort als Rückzugsmöglichkeit angeboten werden – zum Beispiel der Personalraum. Die Mitarbeiter sollen die Frau nicht fragen, was genau passiert ist, sondern nur, inwiefern sie behilflich sein können. Falls die Frau eine Verständigung der Polizei wünscht, sollte das Personal diese für sie rufen. Es sollte dafür gesorgt werden, dass die Frau den Ort nicht alleine verlässt, damit sie weiter sicher vor der Person ist, die sie bedrängt hat. „Auch an den Frauen-Notruf können sie verweisen“, so Borchard.

Werbung für „Luisa“ will sie nun mit ausliegenden Karten, Flyern und Plakaten (zum Beispiel auf Damen-Toiletten) machen. Betriebe, die mitmachen wollen, können sich unter 2 02541/ 970620 an sie wenden. www.frauen-ev.de www.luisa-ist-hier.de

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