Kreis Coesfeld
Linke fühlte sich „massiv angegriffen“

Kreis Coesfeld (ds). Sonja Crämer-Gembalczyk, die bisherige Vorsitzende der zweiköpfigen Fraktionsgemeinschaft mit der Familienpartei, hat deren Kritik an ihrer Amtsführung (wir berichteten) in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung zurückgewiesen. An dem, was sie in der Kreistagssitzung zur Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) gesagt habe, sei „nichts Ehrenrühriges“ gewesen. Sie habe niemanden persönlich verletzen wollen und sich, wenn das geschehen sein sollte, dafür entschuldigt. Sie stellte klar, dass es die Linke gewesen sei, die vor einigen Tagen die Fraktionsgemeinschaft mit der Familienpartei aufgekündigt habe. „Die Vertrauensbasis mit Herrn Töllers war nicht mehr gegeben“, nannte die 57-jährige Rosendahlerin als Grund für den Schritt. Der Fraktionskollege der Familienpartei habe sie schon in der Sitzung „massiv angegriffen und verunglimpft“. Danach habe er dann noch hinter ihrem Rücken einen Brief an den Landrat geschrieben und sich darin über ihr Verhalten im Kreistag echauffiert, ohne das zuvor fraktionsintern erörtert zu haben: „Das geht so nicht.“

Samstag, 02.06.2018, 12:12 Uhr

Kreis Coesfeld: Linke fühlte sich „massiv angegriffen“
Hubert Töllers von der Familien-Partei war in der ersten Hälfte der Legislaturperiode Sprecher der Fraktionsgemeinschaft mit der Linkspartei im Kreistag. Foto: Manuela Reher

Inhaltlich, berichtete sie, habe es in den vergangenen vier Jahren immer wieder auch unterschiedliche Positionen in der Fraktionsgemeinschaft gegeben – „das war aber kein Problem“. Dann habe der eine im Kreistag eben so und der andere so abgestimmt – wie zuletzt bei der ZAB, sie dagegen und Töllers dafür. „Wir hatten immer einen Dissens – aber darüber herrschte Konsens“, hob sie hervor. Dass Herr Töllers aber jetzt schon in der Kreistagssitzung versucht habe, sie „in ihrer Rede zu unterbrechen, sie zu maßregeln und einzuschüchtern“, sei völlig inakzeptabel. Letztlich sei sie betroffen darüber, dass in vier Jahren gemeinsamer Arbeit nicht mehr Vertrauen aufgebaut werden konnte. Die Entscheidung, die Fraktionsgemeinschaft mit allen Konsequenzen („Geld spielte dabei für uns sowieso nie eine Rolle!“) zu beenden, sei für sie nun aber auch endgültig, sagte sie auf Nachfrage: „Ich kann nach all dem nicht mehr mit der Familienpartei zusammenarbeiten.“ | Kommentar

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5787074?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker