Kreis Coesfeld
Aufstockung für schnelle Hilfe

Kreis Coesfeld. Die Rettungsdienste sollen schnell sein. 12 Minuten darf ein Krankenwagen höchstens benötigen, bis er vor Ort ist. Das klappt im Kreis Coesfeld nicht mehr ganz. Deswegen soll investiert werden.

Samstag, 15.09.2018, 10:36 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.09.2018, 19:34 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 10:36 Uhr
Kreis Coesfeld: Aufstockung für schnelle Hilfe
Schnell soll der Krankenwagen da sein, nicht länger als 12 Minuten soll er benötigen. Um das zu gewährleisten, muss nach dem Rettungsbedarfsplan aufgestockt werden. Foto: Viola ter Horst

Die Kreisverwaltung als für den Rettungsdienst zuständige Behörde hat nach acht Jahren einen neuen Rettungsbedarfsplan aufgestellt, in dem ein Gutachter die Situation vor Ort beleuchtet. „Es gibt deutlich mehr Einsätze und die Ausbildung ist neu strukturiert worden“, erläuterte Josef Voß, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung beim Kreis, was sich in den letzten Jahren verändert hat. Um 50 Prozent sind die Einsatzzahlen seit 2010 laut Entwurf gestiegen. Daraus resultiert, dass in mehreren Rettungswachen weitere Wagen angeschafft und Räume benötigt werden. Das wiederum zieht An- und Umbauten oder Neubauten, in einigen Fällen neue Standorte nach sich.

Auch die Leitstelle, in der alle Einsätze koordiniert werden, soll neu gebaut werden.

Und in den vier Lehrrettungswachen im Kreis Coesfeld ist es schon jetzt mit den neuen Ausbildungswegen eng. In Lüdinghausen wurden bereits Container aufgestellt. Die 1999 errichtete Lehrrettungswache in Nottuln genügt nicht mehr den aktuellen Anforderungen und soll neu gebaut werden.

Dülmen hat noch eine mit der Feuerwehr kombinierte Wache, die 1977 in Betrieb genommen wurde. Auch dafür schlägt das Gutachten einen Neubau vor. Ebenfalls für Billerbeck.

Innerhalb von 12 Minuten am Unfallort sein – zu 95 Prozent soll diese Quote erreicht werden, mindestens aber zu 90 Prozent, so hatte es der Kreistag festgelegt. Mit 88,59 Prozent ist laut Rettungsbedarfsplan die Frist knapp verfehlt worden. Mit den Vorschlägen soll die schnelle Hilfe wieder nach den Vorgaben eintreffen.

Das kostet. 16,5 Millionen Euro sind aktuell für den Rettungsdienst pro Jahr veranschlagt. Rund 20 Millionen Euro im Jahr würden es künftig sein. Im zuständigen Ausschuss gaben die Politiker für den Entwurf positive Signale.

Der Kreis muss noch mit den Krankenkassen Gespräche führen, über die die Kosten refinanziert werden.

Nach weiteren Überarbeitungen des Entwurfs wird das Werk letztlich dem Kreistag zur Abstimmung vorgelegt.

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