Kreis Coesfeld
Brücken bauen in den Beruf

Kreis Coesfeld. Der eigene Wille muss da sein. Keine Frage. Doch wenn die Hürde genommen ist – einzusehen, dass man es allein nicht schafft, wieder in Arbeit zu kommen – dann sind die Erfolgsaussichten vielversprechend. Seit 40 Jahren hilft das Havixbecker Modell arbeitslosen jungen Menschen und ist, trotz des Namens, im ganzen Kreis Coesfeld tätig.

Mittwoch, 24.10.2018, 09:10 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.10.2018, 18:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 24.10.2018, 09:10 Uhr
Kreis Coesfeld: Brücken bauen in den Beruf
Auch Ausflüge zur Dasa Arbeitswelt Ausstellung hat das Havixbecker Modell schon angeboten. Foto: az

Nach wie vor geht es darum, dieser besonderen Klientel eine Lobby zu geben. „Schwierigkeiten ermitteln und fit machen fürs Berufsleben“, bringt Marion Otte es auf den Punkt. „Dabei sind wir immer den gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen“, erklärt die Geschäftsführerin des Vereins. So hätten die jungen Menschen damals vor allem Probleme gehabt, in Arbeit vermittelt zu werden. Heute stünden oft auch psychische Auffälligkeiten und private Probleme im Vordergrund. „Der Arbeitsmarkt ist aber offener geworden“, sagt Otte.

Das Havixbecker Modell geht inhaltlich und namentlich zurück auf ein Modellprojekt, das im Gemeindezentrum in Havixbeck gestartet ist. Damals haben der Pfarrer Theo Schmidt und der Arbeitsamtsdirektor Jürgen Bethge die hohe Jugendarbeitlosigkeit zum Anlass genommen, etwas zu ändern. In einem sechswöchigen Kurs versuchten Schmidt und Bethge, mit den (oft nicht einfachen) Jugendlichen Brücken in den Beruf zu bauen. „Damals haben die Jugendlichen auch alle ihr Praktikum in Havixbeck absolviert“, berichtet Otte. „Heute versucht man in Wohnortnähe einen Platz für die jungen Menschen zu finden.“

Das Angebot „Kurs und Beratung“ gibt es heute immer noch. Es wurde jedoch zu einem zwölfwöchigen Intensivkurs samt betrieblicher Praktika und fünf Gruppentagen mit Übernachtung ausgebaut. „In Havixbeck ist nur noch der Vereinssitz“, sagt Otte. „Die Verwaltung und das Hauptbüro sind in Coesfeld.“ Zudem gibt es in den Kommunen Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Ascheberg und Senden das Bewerberforum für Arbeitslose nach SGB II sowie das Angebot „Schulverweigerung – Die 2. Chance“. „Das führen wir mit sechs Partnerschulen im Kreis durch“, informiert Otte.

Doch auch das Thema Integration zählt zu den gesellschaftlichen Veränderungen, derer sich das Havixbecker Modell angenommen hat. So läuft das Programm „Aktivierung und Integration von Migranten und Flüchtlingen“ in Lüdinghausen, während der Jobcoach in Nottuln und Rosendahl Sprechstunden bei der Gemeinde anbietet und ebenfalls Flüchtlinge auf dem Weg in den Arbeitsmarkt begleitet. „Im Flüchtlingsbereich sind wir, was die Kurse betrifft, schon heute ausgelastet. Da könnten wir noch viel mehr anbieten“, sagt Marion Otte. Doch – und auch das hat sich geändert – die bürokratischen Hürden seien heute höher. 7 Anlässlich des 40. Geburtstags des Havixbecker Modells lädt der Verein zu einem kleinen Festakt ein. Dieser findet am Montag (12. 11.) im Evangelischen Gemeindezentrum Havixbeck statt und beginnt um 14.30 Uhr mit einem Stehkaffee und anschließendem Programm. Prof. Christian Schrapper wird einen Vortrag halten mit dem Titel „An der Schule gescheitert – und dann?“ Anmeldungen werden bis zum 29. 10. entgegengenommen unter Tel. 02541/926991 oder per Mail an otte@havixbeckermodell.de. Darüber hinaus freut sich der Verein immer über Spenden: IBAN DE20 3506 0190 2114 7010 70

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