Kreis Coesfeld
„Guten Mutes ins nächste Jahr“

Kreis Coesfeld. Nicht blendend, aber auch nicht schlecht sieht die Finanzlage beim Kreis Coesfeld aus. Kämmerer Joachim L. Gilbeau brachte dem Kreistag gestern einen Haushaltsentwurf für 2019 mit einem Defizit von etwa 500 000 Euro mit. Mit einem Griff in die Rücklage kann der Haushalt aber fiktiv ausgeglichen werden. Kein Problem, weil sie noch gut gefüllt ist. Auch deshalb, weil der Jahresabschluss 2017 viel besser als erwartet ausfiel. Die Ausgleichsrücklage würde nach dem Anzapfen in 2019 noch rund 3,5 Mio. Euro im Folgejahr betragen. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir über ausreichende Finanzmittel verfügen“, sagte Gilbeau. So könne der Kreis „guten Mutes ins nächste Jahr gehen“, wenn auch mit gewissen Risiken.

Donnerstag, 01.11.2018, 09:44 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 19:41 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 01.11.2018, 09:44 Uhr
Kreis Coesfeld: „Guten Mutes ins nächste Jahr“
Foto: az

Weitere Verbesserungen ergeben sich nach den neuen Modellrechnungen, die aktuell vom Land gekommen sind und noch nicht in den Haushaltsentwurf eingearbeitet sind.

Der Kreis bekommt demnach mehr Schlüsselzuweisungen als erwartet und kann eine geringere Umlage für die Kommunen errechnen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Kreisumlage im Vergleich zu 2018 um einen ganzen Prozentpunkt auf 28,07 senken können“, teilte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr mit. Er hob in seiner Rede zum nächsten Haushaltsjahr insbesondere auf die digitale Entwicklung ab. „Ziel ist es, alle Schulen in Kreisträgerschaft 2019 ans Glasfasernetz anzuschließen“, sagte er. Auch die Behörden hätten im internationalen Vergleich erheblichen Nachholbedarf bei der digitalen Entwicklung. Der Kreis sei dabei, ein Bürgerportal zu schaffen, in dem zum Beispiel Anträge online gestellt werden können. Die Schaffung von Wohnraum sieht der Landrat als einen weiteren Schwerpunkt für 2019. So soll der soziale Wohnungsbau gestärkt und die Kommunen bei der Ausweisung von Baugebieten unterstützt werden. „Der ländliche Raum erfährt eine Renaissance“, meinte er. Sorgen bereite ihm der zunehmende Fachkräftemangel; die Wirtschaftsförderung soll von daher weiter unterstützt werden. Klimaschutz und der Ausbau der Marke Münsterland nannte Schulze Pellengahr als weitere Projekte. Positiv hob er die starke Ausstrahlung der Burg Vischering mit dem neuen Museum hervor sowie die Ortsumgehung von Nottuln und den Startschuss für den Lückenschluss der B67 – alles „wegweisende Projekte“ für die Region.

Erfreulich für die Kommunen: Der Hebesatz für die Jugendamtsumlage beträgt nach dem Entwurf 20,38 Prozent – 2018 waren es 22,46. Für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, die über kein eigenes Jugendamt verfügen (das sind außer Coesfeld und Dülmen alle), bedeutet dies eine entsprechende Verringerung der Zahllast.

- Weitere Berichte in unserer Printausgabe am 1.11.2018

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