Kreis Coesfeld
Krisenstab in Alarmbereitschaft

Kreis Coesfeld. Noch ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht ausgebrochen. „Aber wenn, dann befürchten wir schlimme Auswirkungen“, sagt Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Der Kreis Coesfeld ist mit rund 1000 Schweine-Betrieben eine Hochburg – und besonders kleinere Betriebe haben Angst davor, dass sie so eine Krise finanziell nicht überstehen und ihren Hof aufgeben müssen.

Donnerstag, 08.11.2018, 07:48 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 20:46 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 07:48 Uhr
Kreis Coesfeld: Krisenstab in Alarmbereitschaft
Bei einer Übung im Kreis Recklinghausen testeten die Beteiligten, wie ein infiziertes, totes Wildschwein am besten abtransportiert werden kann. Sie probierten verschiedene Säcke aus. Der Chef des Veterinäramts Kreis Coesfeld war auch dabei. Foto: Kreis Recklinghausen

Nicht nur die Schweinehalter, auch die Kreisverwaltung ist in hoher Alarmbereitschaft. „Bei einem Ausbruch müssten zahlreiche Maßnahmen eingeleitet werden“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr im Kreistag. Vorsorglich hat er deshalb 225 000 Euro in den Haushalt gestellt.

„Wir beobachten die Lage sehr genau und tauschen uns laufend aus“, berichtet Dr. Bernd Altepost, Leiter der Abteilung Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung. Ein Krisenstab mit Vertretern von Veterinäramt, Feuerwehr, Jägern, Landwirtschaft, Ordnungsamt und anderen Behörden hat sich gebildet, der mit weiteren Stellen und Experten auch länderübergreifend in Kontakt steht. Fortbildungen laufen. Landesweit wurden eine Vielzahl an Vorsorgemaßnahmen getroffen. Im Kreis Recklinghausen gab es eine Ernstfall-Übung, an der Altepost teilnahm. Ganz praktisch spielten die Beteiligten durch, was zu tun ist, wenn ein totes, infiziertes Wildschwein gefunden wird. Welcher Transportsack der beste ist.

Zwar ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen nicht gefährlich. Sie können sich nicht anstecken und selbst der Verzehr von infiziertem Fleisch gilt als unbedenklich. Für Schweine verläuft die Krankheit aber fast immer tödlich. Wildschweine können Hausschweine anstecken – deswegen sind Landwirte aufgefordert, besonders achtsam zu sein. Ställe, Ausläufe und Futter müssen so geschützt sein, dass keine Wildschweine eindringen können.

„Wenn im Kreis Coesfeld ein totes Wildschwein entdeckt wird, untersuchen wir, ob wir die Schweinepest ausschließen können“, sagt Altepost. Dazu stichprobenhaft von Jägern erlegte Tiere. Bislang war alles im grünen Bereich.

Was, wenn ein infiziertes Kadaver gefunden wird? „Um die Fundstelle würden Zäune gezogen“, erläutert Altepost. Kern- und gefährdete Gebiete sowie Pufferzonen zwischen 5 und 30 Kilometern würden gebildet werden.

Experten halten es für möglich, dass das hartnäckige Virus auch über Kleidung, Reifen und Essensreste aus Osteuropa eingeschleppt wird, wo ASP inzwischen am stärksten verbreitet ist. Auf Rastplätzen gibt es Hinweise, keine Essensreste wegzuwerfen. In Belgien tauchen infizierte Wildschweine seit September auf – und Belgien ist nicht weit. Auch in China ist die Seuche inzwischen auf dem Vormarsch.

Uckelmann findet es äußerst löblich, dass mit vereinten Kräften versucht wird, die Ausbreitung aufzuhalten und die Hausschweine zu schützen. Denn klar ist: Bei einem Ausbruch würde der Fleischhandel beschränkt oder ausgesetzt werden. Ein drastischer Preisverfall droht.

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