Kreis Coesfeld
Lebenskompetenz fördern – Sucht verhindern

Kreis Coesfeld. Von Anfang an ging es um professionelle Vernetzung. „Destruktives Konkurrenzdenken der einzelnen Institutionen wurde vermieden“, lobte Anneliese Haselkamp, stellvertretende Landrätin, in ihrer Rede zur 25-jährigen Jubiläumsfeier des Arbeitskreises (AK) Prävention im Kreis Coesfeld. Diese fand am Freitag im Forum Bendix in Dülmen statt.

Freitag, 30.11.2018, 17:20 Uhr aktualisiert: 01.12.2018, 06:40 Uhr
Kreis Coesfeld: Lebenskompetenz fördern – Sucht verhindern
Mit einer Welle der Begeisterung feierte der Arbeitskreis Prävention am Freitag in Dülmen nicht nur sein 25-jähriges Jubiläum, sondern auch die Darbietung des Improvisations-Theaters Impro 005. Fotos: emk Foto: az

Bürgermeisterin Lisa Stremlau hat sich auch schon als Lehrerin dafür engagiert. „Die Probleme sind nicht weniger geworden, eher mehr. Damals war es Alkohol- und Drogensucht, heute Mediensucht und Spielsucht“, so Stremlau. Seit Jahren fordere sie deshalb vom Land, dass jede Schule mindestens einen Sozialarbeiter zur Verfügung habe und genügend Lehrer: „Ich werde nicht aufhören, dafür zu arbeiten.“

Als Festredner gab Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Landeskoordinator Suchtprävention NRW, einen Einblick in die Entwicklung der Suchtberatung und -prävention. „Gesoffen wurde schon immer, auch im 17. und 18. Jahrhundert. Zuchthaus und Irrenanstalten waren damals das Mittel dagegen. Alkoholsucht wurde als Charakterschwäche behandelt, nicht als Krankheit“, so Hallmann.

„Seit den 1970er-Jahren hat man versucht, Suchtprävention durch Abschreckung zu leisten“, so Hallmann. Auch das sei nicht wirklich effektiv gewesen. 1980 gab es in Düsseldorf die erste Landesdrogenkonferenz. Seit 1991 gab es in jedem Bundesland eine Koordinationsstelle. Seit den 1990er-Jahren wurde der Schwerpunkt auf Förderung der Lebenskompetenz in allen Altersgruppen gelegt, um das Abrutschen in die Sucht zu verhindern. Erstaunlich viele Aktivitäten listete Hallmann auf, die das Land NRW seitdem auf den Weg gebracht hat. Am effektivsten sei das kommunale Netzwerk zur Suchtprävention so wie im Kreis Coesfeld. „Gute Projekte sollten dauerhaft fortgeführt werden und nicht nach drei Jahren eingestellt werden“, forderte Hallmann am Ende.

Dr. Gerhard Pohl, Caritasverband für den Kreis Coesfeld Fachstelle Suchtprävention, hatte vor 25 Jahren die AK Prävention im Kreis Coesfeld mitbegründet. „Unser Zauberwort damals war Praxisorientierung. Dazu kamen die Kooperation und Vernetzung verschiedener Institutionen“, so Pohl. Für die Zukunft wünschte er sich, den bisherigen Standard zu erhalten und auszubauen. „Viele schauen neidisch auf den Kreis Coesfeld“, sagte Pohl.

Fünf Schauspieler des Impro 005 Theaters aus Münster bereicherten den Festakt zusätzlich durch ihre Szenen zum Aufgabenbereich des Arbeitskreises Prävention. Auch dafür gab es reichlich Beifall.

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