Kreis Coesfeld
Unbedenklicher Durstlöscher

Kreis Coesfeld. Es könnte ein guter Vorsatz fürs neue Jahr werden: Mehr Wasser aus dem Hahn zu trinken. Denn die Vorteile, die die Wasserversorger auflisten, klingen durchaus plausibel. „Trinkwasser ist strenger überwacht als Mineralwasser, ist günstiger, wird dem Kunden frei Haus geliefert und ist ökologisch vorteilhafter, weil keine Lkw-Transporte und keine Verpackungsproblematik entstehen“, listet Bernd Hartung, Sprecher der Gelsenwasser AG auf, die einen Großteil der Kommunen im Kreis Coesfeld mit Trinkwasser beliefert.

Montag, 31.12.2018, 11:57 Uhr aktualisiert: 31.12.2018, 12:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Unbedenklicher Durstlöscher
Foto: az

Die strenge Überwachung sei durch die Trinkwasserverordnung in Deutschland geregelt und bedingt, dass jedes Trinkwasser von einem öffentlichen Wasserversorger in Deutschland bedenkenlos getrunken werden kann. Im Kreis Coesfeld beliefern die meisten Wasserwerke mehrere Orte. Die Werte, die von Verbrauchern am häufigsten nachgefragt würden, seien laut Hartung die von Natrium, Blei, Nitrat, Fluorid sowie die Härte, der Härtebereich und der pH-Wert. „Natrium ist aus ernährungstechnischer Sicht zum Beispiel bei der natriumarmen Zubereitung von Babynahrung interessant“, erläutert Hartung. Nitrat sei zudem immer ein Thema. Dass die Werte hier von Wasserwerk zu Wasserwerk schwanken, ist zum einen der Lage des Versorgers geschuldet. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten sei dieser Wert etwas höher. Zum anderen liege es an den unterschiedlichen Bodenverhältnissen. „Während im Wasserwerk Coesfeld aus den sogenannten Osterwicken Schichten gefördert wird, liegt die Förderung im Wasserwerk Lette im Bereich der Halterner Sande“, erklärt Joachim Deppen, Sprecher der Stadtwerke Coesfeld. Trotzdem liegt der Nitratwert bei allen Wasserwerken im Kreis Coesfeld genau wie der Fluorid- und der Bleiwert weit unterhalb des Grenzwerts.

Den Grenzwert erklärt Bernd Hartung ganz simpel: „Kann ein Stoff negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, so darf er schlimmstenfalls in einer Konzentration enthalten sein, dass ein Erwachsener täglich zwei Liter dieses Trinkwassers trinkt, ohne daran zu erkranken.“ Neben diesem Grenzwert gelte außerdem der Grundsatz, dass dieser Wert so weit wie möglich unterschritten wird. Dies wird als Minimierungsgebot bezeichnet.

Sollte ein Wert sich einmal zu stark dem Grenzwert nähern, würden rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet. Ohnehin gebe es schon „bei allen Wasserwerken Kooperationen mit den örtlichen Landwirten, um auf eine gewässerverträgliche Landwirtschaft hinzuwirken“, so Hartung.

Interessant ist auch die Härte, gemessen in Millimol pro Liter (mmol/l) sowie der Härtebereich. „Härte ist der Gehalt an Calcium und Magnesium. Je höher die Konzentration der Stoffe, desto höher ist der Härtewert“, erklärt Hartung. Bis 1,5 mmol/l spricht man von weichem Wasser. Liegt der Wert zwischen 1,5 und 2,5 wird der Härtegrad als „mittel“ bezeichnet und über 2,5 mmol/l spricht man von hartem Wasser. Nur in Ascheberg und Nordkirchen kommt weiches Wasser aus dem Wasserhahn. In allen anderen Orten ist das Wasser als „mittel“ eingestuft.

Härteres Wasser werde im Haushalt oftmals als Mangel empfunden, weil es zu mehr Kalkablagerungen in Wasserkocher oder Kaffeemaschine führe. Für die Ernährung seien Calcium und Magnesium jedoch wiederum positiv zu bewerten. „Das Trinkwasser wäre also zum Trinken besonders geeignet, weil wir für den Körper genau diese Spurenelemente benötigen“, gibt Hartung zu bedenken. Wer sich jedoch ausgewogen ernähre, sei auf eine zusätzliche Zufuhr dieser Spurenelemente im Trinkwasser jedoch nicht angewiesen. Der pH-Wert (ein Wert von 7 gilt in der Chemie als neutral) liegt ebenfalls überall im grünen Bereich.

Interessant am Rande: „Der Tageswasserverbrauch einer Person beträgt 123 Liter und kostet etwa 30 Cent“, informiert Bernd Hartung. Und das Kistenschleppen bleibt aus.

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