Kreis Coesfeld
Welche Vögel fliegen da?

Kreis Coesfeld. „Alle Vögel sind schon da, Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar“, heißt es in dem bekannten Kinderlied.

Freitag, 04.01.2019, 11:20 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 14:14 Uhr
Kreis Coesfeld: Welche Vögel fliegen da?
Der Feldsperling oder, wie er auch heißt: der Spatz. Er singt „tsche tsche“ . Foto: Frank Derer Foto: az

Ob und in welchem Ausmaß die Vögel tatsächlich in diesem Winter (noch) da sind, will der Naturschutzbund (Nabu) jetzt wissen. Vom 4. bis 6. Januar findet die „Stunde der Wintervögel“ statt – jeder, der etwas für die Natur tun möchte, kann mitmachen und Vögel zählen. Die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum neunten Mal statt.

Mitwirken ist ganz einfach: Eine Stunde lang am kommenden Wochenende die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem Nabu melden.

„Dabei notiere ich alle Arten, die ich sehe, z.B. die quirligen Spatzen, die über Kopf an den Futterknödeln hängenden Blaumeisen oder die von Rosine zu Rosine hüpfenden Amseln“, erläutert Dr. Detlev Kröger, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Coesfeld. „Ich zähle für jede Art die höchste Anzahl, die ich gleichzeitig sehe. Das vermeidet Doppelzählungen. Ich kann auch Vögel dazuzählen, die ich nur höre, z.B. den Eichelhäher oder Elstern, aber auch vorbeifliegende Vögel.“

Besonders gespannt sind die Naturschützer auf die Ergebnisse für die Amseln. Denn 2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf. „Viruserkrankungen machten aber auch unseren Grünfinken zu schaffen“, so Kröger.

Und wegen des Jahrhundertsommers habe es zwar mehr Insekten als in verregneten Sommern gegeben, „aber durch das Insektensterben sind natürlich unsere heimischen Vögel direkt betroffen“, sagt Kröger. Es sei für sie nicht immer einfach, ihre Brut mit ausreichend Lebendfutter zu versorgen. „Da macht es durchaus Sinn, unsere Vogelwelt mit zusätzlicher Fütterung zu unterstützen. Davon ist auch Prof. Berthold, Deutschlands bekannter Ornithologe, überzeugt.“

Oder gibt es gar mehr Vögel? Durch den warmen Sommer trugen Bäume und Sträucher besonders viele Früchte, so dass die Wintervögel nun einen reich gedeckten Tisch vorfinden.

2018 beteiligten sich über 136 000 Vogelfreunde an der Aktion und übermittelten Zählungen aus über 92 000 Gärten. Der Haussperling belegte dabei den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel. Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei.

„Bei mir wird der häufigste Vogel wohl der Feldsperling werden“, sagt Kröger. „Darauf bin ich ziemlich stolz, weil alle Feldvögel bedroht sind. So auch der Vogel des Jahres 2019 – die Feldlerche.“

Kröger leistet auch sonst gerne einen Beitrag für die heimische Vogelwelt. „Dazu habe ich den Garten durch Anpflanzung von heimischen Wildsträuchern, durch Wildblumenwiesen und naturnahen Gewässern komplett neu gestaltet“, sagt er. Auch Totholz, Nistkästen und Trockenmauern fehlen nicht.

Je mehr Naturfreunde an der bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ teilnehmen, desto wertvoller werden die Ergebnisse. „Helfen Sie bitte mit, schleichende Veränderungen in der Vogelwelt festzustellen“, ruft Kröger zur Teilnahme auf.

0 Meldebögen unter www.stundederwintervoegel.de. Dort gibt es auch ein Lernvideo, die Nabu-App „Vogelwelt“ und einen „Vogeltrainer“. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800/1157115 werden die Daten am 5. und 6. Januar von 10 bis 18 Uhr auch direkt entgegen genommen.

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