Kreis Coesfeld
Aufregende Zeiten in Berlin

Kreis Coesfeld. Eins mag Marc Henrichmann gar nicht: Einfach nur dagegen sein. „Das reicht nicht“, sagt der Havixbecker Bundestagsabgeordnete. „Man muss auch einen Vorschlag haben, wie es besser funktionieren könnte und wissen, wofür man steht.“

Montag, 07.01.2019, 20:23 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 12:26 Uhr
Kreis Coesfeld: Aufregende Zeiten in Berlin
Abgeordneter Marc Henrichmann. Foto: vth Foto: az

Seit mehr als einem Jahr gehört der CDU-Politiker dem Bundestag an – als direkt gewählter Abgeordneter aus dem Wahlkreis Coesfeld/Steinfurt II. Der Nachfolger von Karl Schiewerling erlebt gerade aufregende Zeiten: Datenschutz, Migration, Digitalisierung. Die Stimmungsmache, die Auseinandersetzung mit der AfD, die Frage, wie man ihr die Stirn bietet. In seiner Partei personell neue Weichenstellung mit der Wahl einer neuen Vorsitzenden und eines neuen Fraktionsvorsitzenden. Die Frage nach der Zukunft der Großen Koalition.

„Ich möchte den Eindruck aufbrechen, dass Politik alles abnickt“, sagt Henrichmann gestern beim Bilanz-Pressegespräch im Alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup. „Engagierte Debatten“ gebe es nämlich zu genüge, innerhalb der Fraktion, mit weiteren Meinungsträgern, mit Bürgern, im Bundestag. „Und das ist wichtig, um zu einer Lösung zu kommen“, ist er überzeugt. Eins hat er nämlich auch schnell lernen müssen: „Ein 100-Prozent-Gesetz gibt es nicht.“ Vielleicht hat er es damals gedacht, als er nach dem Wahlkampf nach Berlin kam. Aber es gibt nicht nur Schwarz und nicht nur Weiß. Einem trete man immer mit einer Entscheidung gegen das Schienbein, sagt er. „Aber dahinter muss man dann stehen.“

21 Sitzungswochen arbeitet Henrichmann jetzt in Berlin, wo er seit Anfang 2018 dem Innenausschuss angehört – „meinem Wunschausschuss“, wie er betont. Dort kümmert er sich als Berichterstatter besonders um den Datenschutz. Kein einfaches Entweder-oder, auch da nicht. „Datenschutz ist wichtig, aber ich sehe auch die Verunsicherung, die die Datenschutzverordnung in Vereinen auslöst.“ Ziel könne es ja nicht sein, dass Vereine Angst haben, überhaupt noch online etwas zu unternehmen. Weil es Kanzleien gebe, die sich darauf spezialisiert haben, mit Abmahnungen Geld zu verdienen. „Wir arbeiten dran“, versichert er. So sei ein Gesetz in Vorbereitung, dass einen Missbrauch des Abmahnrechts verhindere.

Über 220 Termine im Wahlkreis ging er nach, besuchte Unternehmen und Verbände. 50 Schulklassen und andere Gruppen kamen zu ihm nach Berlin. Er findet das alles wichtig, denn er möchte sein Ohr bei den Leuten vor Ort haben. „Wenn ich nicht weiß, wo der Schuh drückt, kann ich auch nichts unternehmen“, muntert er Menschen aus dem Kreis Coesfeld auf, bei Problemen mit ihm in Kontakt zu treten.

Zuwanderung zu ordnen und zu steuern sowie illegale Migration zu begrenzen sieht Henrichmann als weitere zentrale Themen für 2019. Der Masterplan Migration müsse in diesem Jahr weiter umgesetzt werden, fordert er. Auch setzt der Havixbecker auf positive Impulse durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das Ende des Jahres beschlossen wurde.

Digitalisierung und schnelles Internet sind weitere Punkte auf der Liste.

Henrichmann freut sich über die gut besuchten Informationsveranstaltungen, die er 2018 auf die Beine stellte. Etwa zum KAB-Rentenmodell in Senden oder in Dülmen über das kriminelle Treiben von „Loverboys“.

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