Kreis Coesfeld
Arbeitslosenzahlen auf Rekord-Tiefstand

Kreis Coesfeld. Wachstum allenthalben: weniger Arbeitslose, mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, mehr Ausbildungsverhältnisse. Offenbar ein Traumjob für Arbeitsvermittler: Die Coesfelder Agentur für Arbeit, die in ihrem Bezirk die Kreise Coesfeld und Borken zusammenfasst, betonte am Dienstag bei der Jahres-Pressekonferenz bei Lebo-Türen in Bocholt die allgemein „gute Situation“, wie Leiter Johann Meiners formulierte.

Dienstag, 22.01.2019, 19:20 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 09:22 Uhr
Kreis Coesfeld: Arbeitslosenzahlen auf Rekord-Tiefstand
„Wer von uns gefördert werden möchte, wird es auch“: Johann Meiners, Chef der Arbeitsagentur Coesfeld (r.), und Rolf Heiber, Geschäftsführer Operativ, legten in der Jahrespressekonferenz gute Zahlen vor. Foto: Horst Andresen

Die Zahl der Menschen mit Arbeit hat im Westmünsterland einen – vermutlich historischen – Höchststand erreicht: 213 862 Personen sind im Job. Das sind 5674 mehr als vor Jahresfrist oder 2,7 Prozent. Damit erreicht die Region den höchsten Stand im Land; im gesamten Münsterland sind 632 678 Menschen sozialversicherungspflichtig gemeldet. Der Anteil der Fachkräfte liegt bei hohen 65 Prozent. Im Kreis Coesfeld wurden 1722 neue Jobs geschaffen, 2,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Die Zahl gemeldeter freier Stellen stieg auch im Kreis Coesfeld auf einen Zehn-Jahres-Spitzenwert von 5352. Nur 2011 (5319) und 2008 (5182) hatte es zwischenzeitlich ähnlich viele zu besetzende Jobs gegeben. 70 Prozent davon werden im Durchschnitt nach einiger Zeit wieder besetzt.

„Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist nach wie vor hoch“, wertete die Agentur vor der Presse.

„Wir sind auf dem Weg zur Vollbeschäftigung, auch wenn Gronau bei der Quote eine Sechs vor dem Komma hat und Bocholt eine Vier“, stellte Rolf Heiber fest, in der Coesfelder Agentur Geschäftsführer Operativ. Für die Region bedeutet das eine Arbeitslosenquote übers Jahr gerechnet von 3,2 Prozent, die NRW-weit spitze ist – für den Kreis Coesfeld 2,7 Prozent. Mit 3356 Arbeitslosen im Kreis Coesfeld gab es in 2018 so wenig wie noch nie seit Jahren. Die Quote von 2,7 Prozent liegt noch etwas niedriger als im Vorjahr – und ist damit erneut ein Topwert.

Diese Jobsuchenden zu vermitteln, stelle die Agentur weiter vor besondere Herausforderungen, hieß es in Bocholt. Gut 8000 Menschen hoffen über Qualifikationen auf Jobs. 51,1 Millionen Euro wurden 2018 in Förderinvestitionen gesteckt. 9,6 Millionen Euro stehen dieses Jahr für Qualifizierungen zur Verfügung. Meiners: „Wir fördern nicht mit der Gießkanne. Aber wer von uns gefördert werden möchte, wird es auch. Dabei legen wir größten Wert auf Nachhaltigkeit.“ Die Perspektiven 2019 bleiben gut, meint Meiners – bei zu erwartender stabiler Wirtschaftslage.

„Sich buchstäblich um die Belegschaft zu kümmern“ - das werde laut Meiners für Unternehmen wichtiger denn je bei anhaltendem Fachkräftemangel: in Mitarbeiter zu investieren, Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten, junge Leute zu gewinnen, für ein gutes Umfeld zu sorgen.

Türen- und Zargenhersteller Lebo, Bocholter Traditionsunternehmen seit 1871 mit 241 Mitarbeitern (plus zwölf Prozent seit 2012) und 16 Azubis, geht jetzt diesen Weg: Jobsharing, Flexibilisierung, Wiedereinsteiger, Teilzeit nach Elternzeit, mehr Verantwortung für Mitarbeiter, Investitionen von mehreren 100 000 Euro in ergonomische Arbeitsplätze, Mitarbeiterfeste, Präsenz der Gesellschafter – und nun in Kooperation mit der Westfälischen Hochschule Bocholt ein duales Studium zum Mechatroniker. „Für das Ausbildungsjahr 2019 sind noch einige Plätze frei“, freuen sich Geschäftsführer Ralf Schwung und Personalleiterin Dr. Julia Pradel auf Bewerbungen.

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