Kreis Coesfeld
Komödie zur Fuß-Operation

Kreis Coesfeld. Mit Brille wäre das nicht passiert – diesen Spruch können sich jetzt auch Menschen mit Angst vor Operationen sagen.

Dienstag, 29.01.2019, 19:20 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 08:06 Uhr
Kreis Coesfeld: Komödie zur Fuß-Operation
Freuen sich über die Videobrille: v.l. Oberarzt Ulrich Frohnhoff, Patientin Sofia Wiggers und Gesundheits- und Krankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege Sandra Schwientek aus Dülmen-Rorup, die die Brillen-Anschaffung initiierte. Foto: az

Die Christophorus-Kliniken haben nämlich nun – neben den üblichen Beruhigungs-Maßnahmen – eine spezielle Videobrille für Patienten im Angebot, die für Entspannung sorgen soll.

Eine Dokumentation über Südafrika bei einer Sprunggelenk-OP, eine Komödie vor, nach oder während der Behandlung des kaputten Knies oder ein Sportfilm zur Fuß-Korrektur: Mit der Videobrille geht es in eine andere Welt – statt sich auf die Operation zu fokussieren. „Der Erfolg ist meist nach kurzer Zeit schon messbar“, freut sich Oberarzt Ulrich Frohnhoff. So sinke bei den Patienten der Puls.

„Die Brille bietet eine positive Ablenkung“, erklärt Gesundheits- und Krankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege Sandra Schwientek aus Dülmen-Rorup. Die Brillen-Anschaffung war ihre Idee. Während ihrer Weiterbildung beschäftigte sie sich in einem Projekt mit dem Thema „angstfreier Operationssaal“. Dabei stieß sie durch ihre Dozentin auf die Videobrille, die bereits in Lünen im Einsatz war. „Ich dachte, dass das auch für die Christophorus-Kliniken etwas wäre“, erzählt sie. Die anfängliche Skepsis bei Ärzten und Kollegen verflog schnell, als die Brille zum Einsatz kam.

„Meine Befragungen über die Wirkung fielen bei den Patienten durchweg positiv aus“, berichtet Schwientek. „Die meisten wollen sich bei einer weiteren OP die Brille wieder aufsetzen.“

Die Brille koppele mit Filmen oder meditativer Musik Patienten aus der Umgebung heraus. Oftmals sogar so effektiv, dass Medikamente gespart werden können. „Einige Patienten sind so begeistert, dass sie im Aufwachraum die Filme weitergucken möchten“, berichtet Schwientek.

Die Christophorus-Kliniken bieten Patienten bei ausgewählten Regionalanästhesien, wie einer Armbetäubung in der Achselhöhle, die Videobrille an. Auch während einer Operation in rückenmarknaher Betäubung kann sich der Patient Filme mit der Brille anschauen.

Neben Dokumentationen stehen derzeit Komödien, Reiseberichte, Naturfilme und – für Kinder – Zeichentrickfilme zur Auswahl. Durch die positiven Rückmeldungen der Patienten ist die Videobrille nun fest im Repertoire angstsenkender Maßnahmen der Anästhesiologischen Klinik verankert.

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