Kreis Coesfeld
Barfuß Jazz am Akkordeon

Kreis Coesfeld. So kennt man Vincent Peirani: Barfuß auf die Bühne kommend, sein Akkordeon auf den Schoss setzend und dann alles aus dem Instrument herausholen, was geht.

Montag, 04.02.2019, 20:47 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 08:48 Uhr
Kreis Coesfeld: Barfuß Jazz am Akkordeon
Hoch konzentriert verschafft Vincent Peirani dem Akkordeon als Jazz-Instrument eine extravagante Bühne. Foto hlm Foto: az

Begleitet von Émile Parisien (Saxofon), Tony Paeleman (Keyboard), Julien Herné (Bass) und Yoann Serra (Schlagzeug). Das französische Quintett nimmt das Publikum in der vollbesetzen Vorburg der Burg Vischering mit auf eine zweistündige emotionale Exkursion in den Jazz mit seinen reichhaltigen Facetten. Manchmal untermalt mit Elementen aus Rock und Pop. Jedes Stück wird zu einer Bilderreise. Anmutend betörend schwingt es aus dem Akkordeon bei der Eigenkomposition von Peirani „Dream Brother“.

Einige Zuhörer schließen die Augen und schwingen fast hypnotisiert den Klängen mit, um sich dann in die rockige Sphäre entführen zu lassen.

Es ist Showtime für den Schlagzeuger Serra und dem Keyboarder Paeleman bei der Trilogie „Kashmir“, die am Ende in die jazzige Variante von Led Zeppelins „Stairway to Heaven“ mündet. Das Konzert ist mehr als ein Genuss für die Ohren. Wenn Parisien mit seinem Sopransaxofon bei der Interpretation von Henry Purcells „What Power Art Thou“ vor dem Mikrofon tänzelt, einem Schlangenbeschwörer gleich sich in Ektase versetzt, um jeden Ton förmlich herauszuarbeiten, springt eine ganze Wunderkerze Funken ins Publikum herüber.

Hoch konzentriert, den Kopf hin und her schwenkend, verfolgen die Augen von Peirani die Bewegungen des Saxofonisten, als wenn er Ausschau nach dem nächsten passenden Akkord hält. Plötzlich wieder Ruhe und Besinnung. Das atmende Geräusch des auseinanderziehenden Akkordeons hebt wieder die Spannung. Die Jazz-Kombination spielt mit den Gefühlen der Zuhörer Lambada. Es entsteht das dringende Bedürfnis, den Expressionisten des Jazz ihr Können mit Applaus zu zollen.

Für einige aus dem Publikum ist es die erste Begegnung mit dem französischen Akkordeonisten. Ein paar Andere erinnern sich noch an seinen Auftritt vor fünf Jahren zur Eröffnung des Münsterlandfestivals.

Und nun machte das Vincent Peirani Quinett den Auftakt zur Reihe des BurgJazz 2019.

Die Jazzgröße ist gerade auf Tournee und ist in Deutschland, dank des Engagements von Christine Sörries von der Kulturabteilung des Kreises Coesfeld, in Lüdinghausen aufgetreten. Euphorisch von der Resonanz ist die Koordinatorin des BurgJazz: „Bis auf den letzten Platz belegt und dann stehen alle zum Standing Ovations auf – das habe ich noch nie gehabt.“

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