Kreis Coesfeld
„Es fehlen Flächen für Wohnraum“

Kreis Coesfeld. Wohnraum ist im ganzen Kreis Coesfeld Mangelware. „Alle Städte und Gemeinden erleben eine riesige Nachfrage“, sagte Bürgermeister-Sprecher Richard Borgmann gestern im Pressegespräch zur Bürgermeisterkonferenz in Billerbeck. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen sei von daher ein erklärtes Ziel der Städte und Gemeinden im Kreis, fassten Borgmann und die Billerbecker Bürgermeisterin Marion Dirks als Gastgeberin zusammen. „Als Kommunen wollen wir uns um bezahlbaren Wohnraum kümmern, aber wir haben kaum Flächen“, erläuterte Dirks. Die Stadt Lüdinghausen habe, nannte Borgmann ein Beispiel, ein Wohngebiet mit 120 Wohneinheiten ausgeschrieben – „wir bekamen über 4000 Anfragen dafür“. Jetzt hoffen die Städte und Gemeinden aufs Land NRW. Im April wollen sie im Bauministerium von Ina Scharrenbach anklopfen und Ideen einbringen, um Lösungen zu suchen. Borgmann kann sich zum Beispiel vorstellen, dass Baugrund gewonnen werden könnte, wenn es andere Regeln für Ausgleichsflächen gäbe. „Es müssen gesetzlich Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Kommunen mehr Wohnraum- und Gewerbeflächen zur Verfügung stellen können“, erläuterte er.

Montag, 04.02.2019, 20:47 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 13:48 Uhr

Ein weiteres Thema der Bürgermeisterkonferenz war der Eichenprozessionsspinner. Auch hier hoffen die Kommunen auf eine stärkere Beteiligung des Landes NRW. „Wir spielen immer nur Feuerwehr“, sagte Dirks. In der Nähre von öffentlichen Plätzen, Kitas oder Schulen entfernen die Kommunen die Nester der nicht ungefährlichen Raupe. Auf privaten Grundstücken sind in der Regel die Eigentümer selber gefragt. „Es ist trotzdem davon auszugehen, dass sich der Eichenprozessionsspinner weiter ausbreitet“, so Borgmann. Das Problem betreffe schon länger nicht nur ein paar Kommunen, sondern einen großen Teil des Landes. „Es wäre besser, wenn sich eine Fachstelle zentral kümmern würde“, schlug Borgmann vor. Nicht zuletzt wegen der Kosten. Und: Es sei nicht immer klar, wie die Nester bekämpft werden können, weil die Natur und andere Lebewesen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollen, erklärte Dirks.

Klar gestellt wurde in der Bürgermeisterrunde, dass die Touristik-Arbeitsgemeinschaften nicht im Zuge der Entwicklung der „Marke Münsterland“ aufgelöst werden sollen. „Die Touristik-Gemeinschaften existieren weiterhin“, betonte Borgmann. So sollen die AGs Baumberge, Stever-Lippe und Hohe Mark zwar künftig unter der Marke Münsterland subsummiert, aber nicht durch diese ersetzt werden.

Wahlhelfer, Digitalisierung und die Einführung der elektronischen Akte in den Sozialleistungsempfänger-Bereichen waren weitere Themen der Bürgermeisterrunde.

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