Kreis Coesfeld
5719 Verkehrsunfälle: Höchststand

Kreis Coesfeld. Auf den Straßen im Kreis Coesfeld krachte es 2018 nur geringfügig häufiger als 2017: 5719 Unfälle passierten im vorigen Jahr (2017: 5671, 2016: 5679). Aber doch ein neuer Höchststand seit 2009 (5017). Der wiederum im Vergleich relativ niedrig ausfällt: „Unter den Kreisen Borken, Steinfurt, Wesel und Kleve haben wir die zweitniedrigsten Zahlen“, so Landrat und Kreispolizeibehörden-Chef Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Mittwoch, 27.02.2019, 20:53 Uhr aktualisiert: 28.02.2019, 06:50 Uhr
Kreis Coesfeld: 5719 Verkehrsunfälle: Höchststand
Foto: az

Trotzdem: „Jeder Verletzte ist einer zu viel“, sagte er gestern in der Jahrespressekonferenz, in der die Polizei die Zahlen vorstellte. Das gelte natürlich erst recht für die Todesfälle. Elf gab es davon im vorigen Jahr. Davon passierten sechs mit Autos, zwei mit dem Fahrrad, einer mit dem Motorrad, einer zu Fuß und einer mit der Kutsche. Jeder einzelne ist tragisch. In Herbern starb ein nur zweijähriges Mädchen an den Unfalfolgen im Krankenhaus. In Nottuln prallte ein 24-Jähriger mit seinem Auto bei Darup gegen eine Ampel – der 21-jährige Beifahrer starb. In den Baumbergen bei Nottuln endete die Tour eines 61-jährigen Rennradfahrers tödlich, als ihm ein Motorrad auf seiner Fahrbahnseite entgegenkam und mit ihm zusammenstieß.

201 Unfälle mit 241 Schwerverletzten passierten. Zu hohe Geschwindigkeit sowie falsches Abbiegen und Vorfahrtmissachtungen zählten dabei zu häufigen Ursachen, berichtete der Direktionsleiter Verkehr, Dietmar Griefnow. Recht hoch die Zahl der Radfahrerunfälle, besonders hat die Polizei die Pedelecfahrer und Senioren dabei im Blick. 288 Radfahrer verunglückten und 136 motorisierte Zweiradfahrende (2017: 91). Bei den Motorradfahrern verzeichnete die Polizei seit 2009 einen Höchststand (76). 60 Kinder wurden Opfer im Straßenverkehr – ein Tiefststand (2017: 78). Bei den Senioren blieb die Zahl ungefähr wie im Vorjahr (162, sechs weniger). „Eine überhöhte Geschwindigkeit war bei ihnen weniger die Ursache“, erläuterte Griefnow. Dafür aber verursachten Senioren Unfälle oftmals selber, besonders, wenn sie mit dem Pedelec unterwegs seien. Rückläufig waren die Unfallfluchten: 53-mal (2017: 65) hauten Verkehrsteilnehmer einfach ab, obwohl es Verletzte gab. Die Unfallfluchten insgesamt stiegen 1156 (2017: 1140). Darunter befanden sich zu einem Teil Radfahrer, „die die Unfallsituation manchmal nicht als solche registrierten“, erläuterte Griefnow.

In diesem Jahr will die Polizei ihre vorbeugenden Programme fortsetzen. So zur Motorradsaison – am 26. Mai und 16. Juni starten wieder Touren mit der Polizei („Politour“). Die Geschwindigkeitsüberwachung von Verkehrsteilnehmern soll überall intensiviert werden. Grundsätzlich will die Polizei die „subjektive Entdeckungswahrscheinlichkeit“, wie man es fachlich ausdrückt, erhöhen. Oder, wie der stellvertretender Abteilungsleiter Polizei Thomas Funke erklärt: „Auch, wer nicht angehalten wird, soll ins Nachdenken kommen, um sich an die Regeln zu halten.“ Denn es passiere umso weniger, umso mehr sich alle innerhalb der Regeln bewegen. | Kommentar

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