Kreis Coesfeld
„Als Einzelkämpfer wären wir verloren“

Kreis Coesfeld. Wilhelm Korth muss nicht lange überlegen, wenn man ihn nach seinen Zielen fragt, danach, was er in den ersten eineinhalb Jahren als Landtagsabgeordneter erreicht hat. „Als Einzelkämpfer wären wir auf verlorenem Posten“, sagt der 51-jährige CDU-Abgeordnete aus der Coesfelder Bauerschaft Stevede. „Man muss dafür sorgen, gemeinsam Themen nach vorne zu bringen.“ Netzwerke bauen laute das Zauberwort. So haben sich in Düsseldorf nicht nur die Münsterland-Abgeordneten zusammengeschlossen, auch eine „Gruppe des ländlichen Raums“ gibt es inzwischen. Für Korth eine wichtige Sache, denn schließlich zählen Umwelt und Landwirtschaft zu seinen Schwerpunktthemen. Im entsprechenden Ausschuss arbeitet er, zudem ist er im Familienausschuss und im Petitionsausschuss vertreten.

Montag, 04.03.2019, 20:46 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 11:48 Uhr
Kreis Coesfeld: „Als Einzelkämpfer wären wir verloren“
„Schon eine ganze Menge in NRW erreicht“: Die beiden hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Wilhelm Korth (Coesfeld) und Dietmar Panske (Ascheberg). Foto: Viola ter Horst

Dietmar Panske sieht das ähnlich, sagt er in dem gemeinsamen Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben schon eine ganze Menge für NRW erreicht“, meint er. Der 51-Jährige aus Ascheberg kümmert sich um Schule und Bildung sowie innere Sicherheit in Düsseldorf. Gerade bei der Sicherheit verbessere sich spürbar etwas für die Bürger: „Wir stocken bei der Polizei auf, und das macht sich bemerkbar“, ist er überzeugt.

Innere Sicherheit – Panske hat eine spannende Aufgabe im Landtag: Er arbeitet nämlich im Untersuchungsausschuss zum Berlin-Attentäter Anis Amri mit. „Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, weil wir ein ganzes Feld durchleuchten“, berichtet Panske. „Wir wollen herausfinden, wo es bei den Behörden und der Zusammenarbeit unter den Bundesländern Schwachstellen gab.“ Mit dem Ziel, Terrorakte besser verhindern zu können. Nicht immer öffentlich tagt der Untersuchungsausschuss. Wenn streng vertrauliche Aussagen gemacht werden, „müssen die Abgeordneten sogar ihr Handy abgeben und der Raum ist so abgeschottet, dass nichts nach außen dringen kann“, erzählt der Ascheberger.

Panske zog damals für den langjährigen Abgeordneten Werner Jostmeier aus Dülmen in den Landtag, er wurde in seinem Wahlkreis, dem südlichen Kreis Coesfeld, direkt gewählt – genauso wie Willi Korth, der ebenfalls 2017 antrat, damals für Bernhard Schemmer aus Reken. Sein Wahlkreis ist der nördliche Kreis Coesfeld und Teile des Kreises Borken.

Große Maßnahmen, die landesweit aktuell umgesetzt werden: Der Digitalpakt für Schulen. Und: Für den Bereich Kinder und Familien die Änderungen im Kindergarten-Gesetz. „Ab dem Kita-Jahr 2020/21 müssen Familien für die letzten beiden Jahre vor der Einschulung keinen Beitrag mehr zahlen“, sagt Korth. Für die Kitas soll es mehr Geld und Förderung geben, es sollen Plätze und Öffnungszeiten ausgebaut werden.

Im Bereich Landwirtschaft weist Korth auf das neue Landesjagdgesetz hin. Damit wurden die Auflagen für die Jagd in NRW wieder gelockert – zur Freude der Jäger.

Auf noch eine Sache sind die beiden hiesigen Abgeordneten stolz: Das Azubi-Ticket, das am 1. August an den Start geht. „Für alle, die eine Ausbildung oder ein freiwilliges Jahr absolvieren“, so Panske.

Viel Positives habe sich getan, finden die beiden. „Die Arbeit im Wahlkreis ist dabei genauso wichtig wie die in Düsseldorf“, betont Korth. Sie wollen vor Ort wissen, wo der Schuh drückt. Und wohnen auch weiterhin in Coesfeld und Ascheberg. Panske nimmt, wann immer möglich, den Zug nach Düsseldorf.

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