Kreis Coesfeld
Schweinehund redet Dreisatz

Kreis Coesfeld. Der Gästezuwachs von etwa 14 Prozent innerhalb eines Jahres freute die engagierten Landfrauen schon in der Vorbereitung zum Kreislandfrauentag. Auch, wenn er ihnen ein Umdenken in der Organisation abverlangte. Kein Problem, denn Flexibilität und Kreativität sind Eigenschaften, die Landfrauen mit Leben zu füllen wissen. Da bleibt es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, wann die Aula im Schulzentrum aus allen Nähten platzt und der Kreislandfrauentag in eine größere Location – vielleicht in ein Festzelt – umziehen muss.

Montag, 11.03.2019, 20:11 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 09:10 Uhr
Kreis Coesfeld: Schweinehund redet Dreisatz
Foto: Viola ter Horst

„Flagge zeigen und die eigenen Rechte wahrnehmen“, lautete die Aufforderung, die die Teamsprecherin Sabine Nolte in ihren Begrüßungsworten betonte. Dass Landwirtschaft nichts für Pessimisten ist, machte Annegret Langehaneberg deutlich mit dem Hinweis darauf, dass in diesem Jahr bei verschiedenen Veranstaltungen wieder Verbraucher auf landwirtschaftliche Höfe eingeladen werden.

Der Anteil der Frauen im Kreistag liege bei 24 Prozent, „es ist schwierig, Frauen für die Politik zu gewinnen“, erklärte Kreistagabgeordneten Angelika Selhorst aus Herbern in der Talkrunde. „Frauen überlegen: Kann ich das? Männer machen das einfach.“ Heidrun Diekmann berichtet davon, dass die Landesebene vom Westfälisch-Lippischen Land-Frauenverband nun die Kampagne „Wir geben Plastik einen Korb“ im Fokus hat.

Zur Grenzerweiterung lud anschließend Dr. Marco Freiherr von Münchhausen die große Gästeschar ein. Ob es verwandtschaftliche Bezüge zwischen ihm und jenem als Lügenbaron in die Geschichte eingegangenen Namensvetter gibt, verriet der Referent allerdings nicht. Nein, Lügen verbreitete der Jurist selbstverständlich keine. Vielmehr machte er den unterhaltsamen „Erklärbär“ auf brillanten Entertainter-Niveau, der sein Publikum zu begeistern wusste. Münchhausen gab umfassende praktische Tipps im Umgang mit dem inneren Schweinehund, der immer wieder ganz individuell mit Intelligenz und Raffinesse auszubremsen weiß. „Er futtert mit Vorliebe Vorsätze. Das sind für ihn Leckerbissen. Silvester ist das große Schweinehunde-Festival“, flachste der Buchautor und Coach und erklärte den Schweinehunde-Dreisatz: „Erstens – ausfallen lassen. Zweitens – schleifen lassen. Drittens – sein lassen.“ Sicher sei, dass bei dieser Mathematik, die Rechnung immer auf ginge. Seien Veränderungen angedacht, so benötige es bei täglicher Anwendung etwa sechs bis acht Wochen, bei wöchentlichem Ritual ein halbes Jahr „bis sich diese im Nervensystem verankert haben“, so Münchhausen. Bekommt der innere Schweinehund eine Nische in der er leben darf, entwickele er sich sogar zum Freund. Abschließend servierte der Freiherr noch einen Joker für den Alltag. Ein praktisches „Fleißkärtchen“ für unterwegs, mit den goldenen Regeln für den Umgang mit dem inneren Borstenvieh: Nehmen Sie ihren inneren Schweinehund zunächst an, er hat auch seinen guten Zweck. Machen Sie sich klare Bilder von ihren Zielen. Fordern Sie sich immer wieder, ohne sich dabei zu überfordern. Für Verhaltensänderungen empfiehlt sich: Immer nur eine Sache, die Vorfahrt hat bei der Planung. Klein anfangen und langsam steigern. In der Anfangsphase keine Ausnahmen, es sei denn: Minimumprogramm.

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