Kreis Coesfeld
Kerngesunde Wirtschaft als Zugpferd

Kreis Coesfeld/Berlin (fs/pd). Eine kerngesunde Wirtschaft, annähernd Vollbeschäftigung, innovative Ideen in den Unternehmen, gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und nicht zuletzt ein lebenswertes Umfeld – das sind die Gründe, warum der Kreis Coesfeld am Dienstag in Berlin mit dem Preis „Landschafft 2019“ der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft (DSK) ausgezeichnet wurde.

Dienstag, 19.03.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 08:19 Uhr
Kreis Coesfeld: Kerngesunde Wirtschaft als Zugpferd
Freuen sich über die Auszeichnung des Kreises Coesfeld mit dem Stiftungspreis „Landschafft 2019“: (v.l.) Dr. Helmut Born, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Dr. Markus Mempel, Pressesprecher des Deutschen Landkreistages und Dr. Clemens Große Frie, Vorstand der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft. Foto: DBV

In Kooperation mit dem Deutschen Landkreistag (DLT) würdigt die Stiftung mit ihrer Auszeichnung alle zwei Jahre einen Landkreis in Deutschland, der seinen Bürgern nachhaltig gleichwertige Lebensverhältnisse sichert. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

Der DSK-Vorstandsvorsitzende Dr. Helmut Born lobt in der Pressemitteilung der DSK ausdrücklich, dass Kreis, Städte und Gemeinden die Digitalisierung in der Fläche vorantreiben. Handwerker, Land- und Forstwirte schlössen Lücken im Netzausbau mit Glasfaser in Eigeninitiative. Zudem bestimmten der innovative Maschinen- und Anlagenbau sowie eine leistungs- und wettbewerbsfähige Land- und Ernährungswirtschaft die Wirtschaftsstruktur des Kreises Coesfeld - flankiert von zahlreichen Dienstleistungsunternehmen.

Zugleich investiert der Kreis umfangreich in „weiche“ Standortfaktoren: So organisieren sich Bürger, Landschaftsarchitekten und Bauern beispielsweise im Projekt Parklandschaft 2.0, um die Nutzung und den Schutz der von Wasserburgen und Hecken geprägten Kulturlandschaft des Münsterlandes fortzuentwickeln. Historische Ortszentren werden durch moderne Restaurants und Einzelhandelsläden, kleine Theater und Kultureinrichtungen, neue Ärztehäuser sowie altersgerechtes Wohnen deutlich attraktiver. Und von all dem profitieren die Bürger des Kreises ebenso wie Touristen.

Die privaten Haushalte im Kreis Coesfeld verfügen im Durchschnitt über ein höheres Einkommen als in anderen Kommunen Nordrhein-Westfalens; die gute Wirtschaftslage lässt die Steuereinnahmen kontinuierlich steigen. Dem Kreis gelang es dadurch, die öffentliche Verschuldung drastisch zurückzufahren (auf unter 110 Euro pro Einwohner).

Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, freut die Auszeichnung besonders, wie er auf Anfrage unserer Zeitung betont. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, kommt für ihn aber nicht infrage. „Damit unser Kreis auch in Zeiten des demografischen Wandels dauerhaft lebens- und liebenswert bleibt, müssen wir sowohl die harten als auch die weichen Standortfaktoren weiterentwickeln.“ Hierzu zählt Schulze Pellengahr, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, die Schulentwicklung auch interkommunal voranzutreiben und sich dem Thema Fachkräftemangel zu stellen. Als kerngesunder Wirtschaftsraum mit einer guten und leistungsstarken Infrastruktur seien die Voraussetzungen – im engen Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden – aber sehr gut. Kurzfristig müsse jedoch vor allem das Thema Wohnraumförderung angepackt werden. „Wir haben schon eine ganze Reihe von Gesprächen geführt, um neue Baugebiete auszuweisen“, sagt Schulze Pellengahr. „Das sind aber durchaus dicke Bretter, die man da bohren muss“, weiß der Landrat, verspricht aber: „Wir bleiben dran!“

Eine wichtige Stütze, sei auch das Projekt „On Boarding Münsterland“, über das neue Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz für den Ehepartner fündig werden sowie bei der Auswahl der passenden Schulen für die Kinder und der Suche eines attraktiven Wohnumfeldes. Das wiederum entlaste kleinere Unternehmen in strategischen Personalfragen und sichere den Zugang zur jüngeren Generation, sieht Schulze Pellengahr viele Chancen für den Kreis Coesfeld.

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