Kreis Coesfeld
Seniorenheime: Nur wenig zu meckern

Kreis Coesfeld. Da hatten die Prüfer nur wenig zu meckern. In fast allen Senioreneinrichtungen, die die Beratungs- und Prüfbehörde beim Kreis Coesfeld unter die Lupe nahm, lief es rund – ohne größere Mängel. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Bericht hervor, den die Kreis-Behörde alle zwei Jahre erstellt.

Donnerstag, 21.03.2019, 20:42 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 11:44 Uhr
Kreis Coesfeld: Seniorenheime: Nur wenig zu meckern
In den letzten drei Jahren hatten die Kreis-Prüfer wenig zu meckern: Die Senioreneinrichtungen wiesen überwiegend keine oder nur geringe Mängel auf. Die ab August 2018 geltende Einzelzimmerregelung hatten allerdings noch nicht alle umgesetzt. Foto: dpa

„Bei den geprüften Einrichtungen wurden in den letzten drei Jahren überwiegend keine oder geringfügige Mängel festgestellt“, so Sozial-Dezernent Detlef Schütt. Eine gute Nachricht sei das für Bewohner und deren Angehörige, „für die wir sprechen“, betont Schütt. Unterm Strich spreche das Ergebnis und die relativ geringe Anzahl an Beschwerden von Angehörigen für eine gute Qualität der Einrichtungen und Angebote im Kreis Coesfeld.

Bei zwei Pflegeeinrichtungen entdeckten die Prüfer jedoch „wesentliche“ Mängel in der personellen Ausstattung, der Pflegeplanung oder Dokumentation. Die Pflege an sich war dem Bericht zufolge nicht betroffen.

2018 – das Jahr war von besonderer Bedeutung, weil nach der gesetzlichen Regelung die Einrichtungen zum 1. August mindestens 80 Prozent Einzelzimmer vorhalten müssen. Und das haben nicht alle Einrichtungen fristgerecht umgesetzt. In fünf Fällen sprach der Kreis sogar einen Belegungsstopp aus. Betroffene Plätze: 33. Bei einer Pflegeeinrichtung wurde zum 1. Februar 2019 der Stopp für sechs Plätze nach einem neuen Anbau aber wieder aufgehoben.

In einer weiteren Einrichtung sind ebenfalls Baumaßnahmen geplant, die voraussichtlich nächstes Jahr abgeschlossen sind – damit dürfen ann auch wieder weitere Senioren aufgenommen erden. „16 Plätze fallen aber dauerhaft weg, weil der Betreiber keinen Um- oder Anbau plant, um Einzelzimmer zu schaffen“, erläutert Schütt.

Beschwerden von Angehörigen, zu Pflegenden oder Mitarbeitern gab es 36, davon 10 in 2018. Sieben davon betrafen die Pflege. Acht der zehn Beschwerden waren begründet oder zumindest teilweise begründet, wie der Kreis feststellte.

Zu elf Prüfungen rückten die Mitarbeiter der Behörde in den letzten drei Jahren aus, weil sie bestimmte Anhaltspunkte hatten, davon 2018 in vier Fällen. Schütt freut sich über die geringe Anzahl. „Grund waren Hinweise auf Personalmängel, Dokumentationslücken oder Fehler bei technischen Einrichtungen“, sagt er. In der Regel hätten sich die Angaben vor Ort bestätigt; die Einrichtungen aber bereits begonnen, die Defizite aufzuarbeiten.

Die betroffenen Einrichtungen seien dabei von der Behörde begleitet worden.

Die Orte oder Einrichtungen, in denen die Behörde Mängel feststellte, will Schütt nicht nennen.

- Bei Problemen – die Prüfbehörde beim Kreis Coesfeld hat Tel. 02541/185051 oder 185050.

- Unter die Lupe genommen werden Senioreneinrichtungen „mit umfassendem Angebot“, Hospize, Kurzzeitpflege-Einrichtungen, Tages- und Nachtpflege sowie Wohngemeinschaften (von einem Anbieter verantwortet). Sieben Prüfkategorien müssen in Ordnung sein, vom Qualitätsmanagement, der personellen Ausstattung und der Wohnqualität bis zur Pflege, sozialen Betreuung und der Alltagsgestaltung. 2018 gab es 30 stationäre Pflegeeinrichtungen und 14 für Menschen mit Behinderung mit insgesamt 3552 Plätzen. Dazu 14 Wohngemeinschaften, 16 Tagespflege- und eine Kurzzeitpflegeeinrichtung sowie ein Hospiz. Die Prüfquote der Kreis-Behörde lag mit 95 bis 98 Prozent in den letzten drei Jahren hoch.

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