Kreis Coesfeld
Häuserpreise weiter im Steilflug

Kreis Coesfeld (vth). Teurere Häuser, teurere Grundstücke, teurere Wohnungen: Für Ein- und Zweifamilienhäuser mussten im Jahr 2018 im Kreis Coesfeld durchschnittlich 302 000 Euro gezahlt werden. 13 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht des Kreis-Gutachterausschusses hervor. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gutachterausschuss die wesentlichen Daten dafür beschlossen.

Freitag, 29.03.2019, 17:56 Uhr aktualisiert: 30.03.2019, 07:58 Uhr
Kreis Coesfeld: Häuserpreise weiter im Steilflug
Am teuersten in Coesfeld und Havixbeck, am günstigsten in Rosendahl: Grundstückspreise im Kreis Coesfeld 2018. Foto: Archiv

„Gekennzeichnet ist der Immobilienmarkt 2018 im Kreisgebiet durch zum Teil stark steigende Preise in den einzelnen Teilmärkten“, so der Vorsitzende des Ausschusses, Manfred Wewers.

Der Preis für neu errichtete Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern lag im Kreisdurchschnitt bei 2788 Euro/m² Wohnfläche und damit um etwa zehn Prozent höher als im Vorjahr. Der durchschnittliche Kaufpreis von Neubauwohnungen betrug rund 227 000 Euro (plus 14 Prozent).

„Die Entwicklung der steigenden Durchschnittspreise setzt sich fort“, analysiert Jörg Böcker, Geschäftsführer der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Seit 2010 sind die Preise von Ein- und Zweifamilienhäusern um mehr als 43 Prozent gestiegen, von Doppelhaushälften und Reihenhäusern sogar um rund 47 Prozent. Für neu errichtete Eigentumswohnungen ist in den letzten acht Jahren ein Anstieg pro m² Wohnfläche von rund 36 Prozent zu verzeichnen.

„Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen, insbesondere lassen sich verstärkt Einflüsse der Stadt Münster nachweisen“, so Böcker. Neben der hohen Nachfrage bei gleichzeitig knappen Angebot seien die anhaltend niedrigen Zinsen Gründe für die Situation. „Die Menschen nutzen in Zeiten steigender Mieten das Eigenheim als sichere Anlagequelle“, erläutert Böcker.

Im Jahr 2018 wurden der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses 1983 Kaufverträge zur statistischen Auswertung vorgelegt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 13 Prozent. Der durchschnittliche Kaufpreis neu errichteter Ein- und Zweifamilienhäuser lag bei 2352 Euro/m² Wohnfläche. Der Neubaupreis von Reihen- und Doppelhäusern betrug im Durchschnitt 2580 Euro/m² Wohnfläche.

Mit rund 70 Kauffällen wurden in Dülmen die meisten Wohnbaugrundstücke veräußert, gefolgt von Coesfeld und Nottuln mit jeweils 40 Bauplätzen.

Die Preise für Bauland stiegen kreisweit im Schnitt um fünf Prozent. In Nottuln um 10 bis 15 Prozent, in Havixbeck um 10 Prozent, in Dülmen von fünf bis 10 Prozent, in Billerbeck, Olfen und Rosendahl von fünf Prozent. In Coesfeld, Ascheberg, Senden und Lüdinghausen bleiben die Preise konstant. Am teuersten ist Bauland in der Kreisstadt Coesfeld und in Havixbeck: Die Preise betrugen 2018 für mittlere Lagen 195 Euro. Mit Abstand am günstigsten baut man in Rosendahl sein Häuschen: Dort gab es 2018 noch Grundstücke für 90 Euro/qm.

Teurer wurde auch landwirtschaftlicher Boden: Im Schnitt um vier Prozent auf durchschnittlich 8,30 Euro/m² an. „Das stellt den höchsten Stand seit der Aufzeichnung der Bodenrichtwerte im Jahr 1974 dar“, erklärt Böcker.

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