Kreis Coesfeld
Aus Brachland wächst ein Garten Eden

Kreis Coesfeld. „Was Wasser bewirken kann, hat uns total beeindruckt.“ Heike Zucker-Reimann ist auch Tage nach ihrer Rückkehr aus dem Senegal immer noch begeistert von dem, was sie und ihre „Mitstreiterinnen“ Elvira Lipp und Anja Kühlkamp im westafrikanischen Land erlebt haben.

Freitag, 05.04.2019, 17:03 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 09:04 Uhr
Kreis Coesfeld: Aus Brachland wächst ein Garten Eden
Erinnerungsfoto vor der Plakette, die über die Initiatoren des Gartens und des Brunnens informiert: v.l. Botschafter Stephan Röken, Elvira Lipp, Heike Zucker-Reimann und Anja Kühlkamp. Foto: az

Wasser verwandelt eine Region, die eigentlich nur aus einer sandigen Landschaft besteht, in eine blühende Oase. Und an diesen „blühenden Landschaften“ waren die drei Frauen gemeinsam mit 13 Clubs von Soroptimistinnen aus dem gesamten Münsterland und den angrenzenden Regionen nicht „unschuldig“.

Die berufstätigen Frauen, die sich sozialpolitisch engagieren, hatten sich für den Bau eines Brunnens im senegalesischen Dorf Babak stark gemacht. Mit 10 000 Euro war die Bohrung, die vor Ort vom Lüdinghauser Verein „Hilfe für Senegal“ organisiert worden war, unterstützt worden. Bei der offiziellen Übergabe der Brunnenanlage konnten sich die Vertreterinnen der Soroptimistinnen-Clubs aus Dülmen und Münsterland Süd/Nordkirchen jetzt davon überzeugen, dass das gespendete Geld gut angelegt ist.

Der Brunnen war schon vor einem Jahr gebohrt worden. Nachdem das Wasser sprudelte, wurde von den Mitgliedern des Senegal-Hilfsvereins der Garten einer Grundschule, die von 200 Kindern besucht wird, angelegt. Kinder, Eltern und Lehrer packten kräftig an und pflegten die Anlage in den vergangenen Monaten. Den Erfolg konnten die drei Vertreterinnen der beiden Clubs jetzt begutachten: Innerhalb eines Jahres war aus dem sandigen Brachland ein Garten Eden entstanden, in dem Gemüse, Früchte, Salat und Obst „wucherten“. „Ich bin froh, dass wir das vor Ort erleben konnten“, fasst Elvira Lipp ihre Eindrücke zusammen, nachdem sie jetzt von der offiziellen Einweihung der Bewässerungsanlage aus dem Senegal nach Dülmen zurückgekehrt war.

Die Club-Mitglieder hatten sich in der Vergangenheit immer wieder mit dem Thema „Wasserversorgung in Afrika“ beschäftigt – aber immer nur in der Theorie. Jetzt erfuhren sie in der Praxis, was ihr finanzielles Engagement bewirkt. Froh waren die Vertreterinnen der Soroptimistinnen auch darüber, einen Partner gefunden zu haben, der das nötige knoff how mitbrachte. Bekanntlich engagiert sich der Verein „Hilfe für Senegal“ schon seit fast drei Jahrzehnten in Westafrika. „Damit ist auch die Nachhaltigkeit gewährleistet“, so Elvira Lipp.

Das sandige Gelände, das in einen Garten verwandelt wurde, ist etwa 2000 Qudratmeter groß. Insbesondere die älteren Kinder – die Grundschule wird von Kindern im Alter von sechs bis 12 Jahren besucht – kümmern sich (neben den Eltern und Lehrern) um den Anbau. Mit Gießkannen verteilen sie das Wasser, das in mehreren Becken gespeichert wird, auf den Flächen. Dafür, dass diese Art der Bewässerung überhaupt finanziell möglich wird, sorgt die Solaranlage auf dem Dach der Schule, die den Strom, mit dem die Pumpe betrieben wird, quasi kostenlos produziert.

Das technische Konzept wurde von den Fachleuten des Vereins „Hilfe für Senegal“ entwickelt, die Wartung der Anlage erfolgt durch die Mitarbeiter des Vereins vor Ort. „Und wenn es irgendein technisches Problem gibt, haben wir den kurzen Draht und können helfen“, versichert Gudula Gotzes, Vorsitzende des Vereins. „Dieses System und die technische Umsetzung haben uns überzeugt“, versichert Heike Zucker-Reimann.

Auch wenn die 13 Clubs sich demnächst einem neuen Projekt widmen werden, ist für die Soroptimistinnen aus dem südlichen Münsterland das Engagement in Babak auch nach der offiziellen Einweihung, an der übrigens auch Stephan Röken, deutscher Botschafter im Senegal, teilnahm, noch nicht beendet. „Wir bleiben hier weiter am Ball und unterstützen den Ausbau des Projekts über unseren Hilfsfonds“, versichert die Lüdinghauser Soroptimistin.

Diese Unterstützung kann der Verein „Hilfe für Senegal“ gut gebrauchen, denn der Brunnen liefert aus 180 Meter Tiefe so viel Wasser, dass auch das benachbarte Dorf mit dem lebensspendenden Nass versorgt werden soll. Im kommenden Jahr soll die entsprechende Leitung gebaut werden, kündigt der Verein an.

Die drei Soroptimistinnen, die sich in Babak darüber informierten, was aus den Spenden ihrer Organisation geworden ist, wollen mit ihren Erkenntnissen nicht hinter dem Berg halten. Am 4. Mai (Samstag) werden sie in der Burg Vischering im Rahmen der der Veranstaltung „ÜberWasser 2019 – ein Brunnen & Garten im Senegal“ Bilanz ziehen.

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