Kreis Coesfeld
„Wiederholen und wieder kommen“

Billerbeck. Unweit der Berkelquelle, jener Fluss, der das Westmünsterland mit dem niederländischen Berkelland verbindet, treffen sich in der Kolvenburg Johanneke ter Stege und Hanna Meyerholz beim ersten „Grenz-Muziek“-Konzert zufällig wieder.

Montag, 08.04.2019, 19:21 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 06:22 Uhr
Kreis Coesfeld: „Wiederholen und wieder kommen“
Deutsch-niederländisches Zusammenspiel: Das neue Format „Grenz-Muziek“ überzeugte. Foto: hlm

Beide kennen sich aus dem Musikstudium an der Popakademie ArtEZ Enschede. Zwei junge, über ihre eigenen Landesgrenzen hinaus, im Euregio-Raum noch unbekannte Songschreiberinnen. Doch jede für sich mit charaktervollem Temperament. Die gebürtige Deventerin ter Stege überzeugt stimmgewaltig und mit viel Esprit. Als Solistin am Flügel tritt sie auf. Der deutsch-niederländisch-englische Akzent verschafft der 29-Jährigen sogleich eine Fangemeinde. Ihre mal englischen, mal niederländischen Texte entführt das altersgemischte Publikum in ihre Sichtweise zu Freundschaft, Liebe und Beziehungskrisen. Eine Überraschung hat sie im Repertoire, als sie sich vom Flügel entfernt und auf einer Säge passende Töne vibrieren lässt. Etwas schüchtern rollt sie ihre Notizen in den Händen zusammen, als sie von der Bühne mit langem Applaus verabschiedet wird.

Die Gitarristin Hanna Meyerholz kommt als Trio locker leichtfüßig daher. Verteilt mit ihren melancholischen Songs das dringende Bedürfnis bei einigen Pärchen die Hände zu halten und die Köpfe zusammenzustecken. Hier und da ein Mitwippen bei geschlossenen Augen. Harmonisch untermalen Phil Woods Gitarrenklänge die Texte der Münsteranerin. Dem Ganzen haucht unaufdringlich Stefan Schneider mit Perkussionen einen emotionalen Hintergrund ein. Die Stimmung nach dem zweistündigen Konzert ist eindeutig: „Wiederholen und wieder kommen“.

Noch vor Beginn des Konzertes mussten die Gäste enger zusammenrücken. Stühle wurden noch herbeigeschafft. Es klirrt – ein Glas geht zu Bruch. Scherben bringen Glück“, greift Organisator Markus Kleymann das Missgeschick auf und fügt hinzu: „Glück, dass es beim ersten Mal so voll ist.“ „Grenz-Muziek“ hat die Kulturabteilung des Kreises Coesfeld ins Leben gerufen, um über die Musik die Menschen zusammenzubringen. „Bewusst haben wir zwei gegensätzliche Künstler auftreten lassen, denn zwei Stunden Flügel wäre zu viel gewesen“, begründet Lukas Bertels die Auswahl der beiden Musikerinnen.

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