Kreis Coesfeld
Nur vier Orte noch nicht im weltweiten Bündnis

Kreis Coesfeld. Die lange weiße Fahne mit der Friedenstaube und der mintgrünen Aufschrift „Bürgermeister für den Frieden“ ist in der Kreisverwaltung Coesfeld angekommen. Nach dem einstimmigen Kreistagsbeschluss (wir berichteten) ist auch der Kreis Coesfeld dem internationalen Friedensbündnis „Mayors for peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) beigetreten, dem sich bereits sieben der elf Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld angeschlossen haben. Und nun auch die Kreisverwaltung mit Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Samstag, 27.04.2019, 13:30 Uhr
Kreis Coesfeld: Nur vier Orte noch nicht im weltweiten Bündnis
Mit dem Betritt zu „Mayors for Peace“ hisst auch der Kreis Coesfeld am 8. Juli die drei Meter lange Friedensfahne, hier gehalten von Wolfgang Heuermann und Caroline Püth vom Kreis Coesfeld. Foto: vth Foto: az

Als ein Zeichen zieht der Kreis noch einen Ginkgo-Baum aus Pflanzensamen eines Baumes, der den Atombombenabwurf in Hiroshima überstanden hat. „Der Standort steht noch nicht fest“, sagt Wolfgang Heuermann vom Kreis Coesfeld. Die drei Meter lange Flagge soll am 8. Juli vorm Kreishaus I in Coesfeld aufgezogen werden, so wie in allen anderen beteiligten Orten auch. Mit dem Hissen der Flagge des weltweiten Bündnisses appellieren die Bürgermeister an die Staaten der Welt, Atomwaffen abzuschaffen.

Die internationale Organisation „Mayors for Peace“ gehören Städte und Gemeinden an, die sich der Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, verschrieben haben. Die Initiatve gründete 1982 der damalige Bürgermeister von Hiroshima in Japan, Takeshi Araki. Durch den Atombombenabwurf 1945 wurden Hiroshima und Nagasaki zu Symbolen für die Schrecken des Krieges.

163 Länder und Regionen sowie 7744 Städte und Gemeinden gehören aktuell der Organisation „Mayors for peace“ an. Ziel der „Bürgermeister für den Frieden“ ist es, einen Beitrag zur Schaffung einer atomwaffenfreien Welt zu leisten.

Die Anregungen, dem Bündnis beizutreten, kommen häufig von Bürgern oder Initiativen, über die dann der Rat vor Ort abstimmt. Auch im Kreis Coesfeld war es mit Doris Petras aus Rosendahl eine Bürgerin, die dazu anregte. „Ich freue mich sehr, dass die Politik zugestimmt hat“, sagt sie. Vor dem Hintergrund der Geschichte und vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse sei der Beitritt des Kreises Coesfeld zu „Mayors for Peace“ ein starkes, Frieden bewegtes Zeichen. Petras ist dabei besonders besorgt über ein mögliches neues Wettrüsten, nachdem die USA die Vereinbarungen zum Verbot der Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) aufgekündigt hat. „Für die Länder in Europa war der INF-Vertrag 30 Jahre eine wichtige Sicherheitsgarantie“, so die Rosendahlerin.

0 Welche Städten und Gemeinden aus dem Kreis Coesfeld sind bei „Bürgermeister für den Frieden“ dabei? Die meisten. Nicht beigetreten sind Coesfeld, Rosendahl, Ascheberg und Nordkirchen. Somit sind dabei: Olfen, Lüdinghausen, Senden, Dülmen, Nottuln, Havixbeck und Billerbeck sowie die Kreisverwaltung.

0 Sind die Städte und Gemeinden gleichzeitig beigetreten?

Nein, das ist ganz unterschiedlich. Nottuln zählt zu den Urgesteinen, die Kommune ist bereits seit 1991 dabei. Lüdinghausen hisst schon seit acht Jahren die Flagge. Dülmen trat nach einem Bürgerantrag 2017 bei. Ganz frisch dabei sind Senden und Billerbeck (Ratsbeschlüsse in diesem Monat) sowie Olfen (Beschluss im Februar). Rosendahl hat sich im Oktober 2018 dagegen entschieden.

0 Gibt es besondere Engagements? Ja, immer mal wieder. Ganz aktuell hat in Lüdinghausen jetzt Bürgermeister Richard Borgmann seinen beiden Amtskollegen Kordian Kolbiarz, Bürgermeister der Partnerstadt Nysa, und Florence Portelli, Bürgermeisterin der Parnerstadt Taverny, eine gemeinsame Aktion vorgeschlagen. Anlass: Im Jahr 2020 jähren sich die Abwürfe der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki zum 75. Mal. Aus diesem Grund möchte Borgmann gern im nächsten Jahr mit den beiden Partnerstädten ein gemeinsames Zeichen für den Frieden setzen. In allen drei Orten könnten, so sein Vorschlag, Gedenkfeiern am 8. Juli stattfinden. Zuvor hatte Borgmann dem Amtskollegen aus Polen vorgeschlagen, auch dem Bündnis beizutreten. Dieser hatte geantwortet, dass er einer Mitgliedschaft positiv gegenüberstehe.

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