Kreis Coesfeld
Billerbecker schafft es ins EU-Parlament

Kreis Coesfeld. Jubel und lange Gesichter im Wahlstudio im Coesfelder Kreishaus, als die ersten Hochrechnungen eintrudeln. Die Grünen – die zweitstärkste Partei auch im Kreis Coesfeld, erdrutschartige Verluste bei CDU und besonders bei der SPD. 38,2 Prozent für die CDU, nur 15,4 Prozent für die SPD, aber 24,1 Prozent für die Grünen. „Das ist einfach unfassbar“, sagt Grünen-Vorsitzende Dr. Anne-Monika Spallek (Billerbeck). Sie sagt es immer wieder, kann es selber kaum fassen. „Der Hammer.“ Und jubelt mit Fraktionssprecher Norbert Vogelpohl aus Coesfeld, als er ins Wahlstudio kommt. „Klar, wir profitieren davon, dass Jugendliche das Thema Klimawandel in letzter Zeit stark gemacht haben“, sagt Spallek. „Aber wir sind froh, dass Umweltthemen endlich in der Bevölkerung angekommen sind.“

Sonntag, 26.05.2019, 23:26 Uhr
Kreis Coesfeld: Billerbecker schafft es ins EU-Parlament
Im Wahlstudio im Kreishaus in Coesfeld mit Heinz Volmer (vorne) von der Kreisverwaltung. Foto: Viola ter Horst

Auch beim Billerbecker Helmut Geuking herrscht gute Stimmung. Ein Prozent im Kreis Coesfeld, auf Bundesebene nach letztem Stand etwa 0,8 Prozent – das dürfte für ihn als Spitzenkandidat der Familien-Partei reichen, um ins Europa-Parlament einzuziehen. „Wir sind drin“, sagt der Billerbecker, noch müde von seiner wochenlangen Wahlkampftour durch ganz Deutschland. Er ist der einzige, der es aus dem Kreis Coesfeld überhaupt geschafft hat. Und neben dem langjährigen CDU-Abgeordneten Dr. Markus Pieper der einzige aus dem Münsterland (weiterer Bericht: „Westfalen“).

Auch im kleinen Rosendahl ist die Aufregung groß. 100 Prozent Wahlbeteiligung, das hat sich der Partnerschaftsverein Rosendahl-Entrammes vorgenommen. Ein großes Ziel. Zwar nicht 100 Prozent, aber 74,33 Prozent sind es am Ende. „Ein phänomenales Ergebnis“, freut sich Monika Klein, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Im Kreis Coesfeld ist mit 74,46 Prozent aber Billerbeck knapp drüber.

Riesige Enttäuschung bei der SPD. „Das Ergebnis ist verheerend“, sagt Kreis-SPD-Chef und Landtagsabgeordneter André Stinka aus Dülmen. Auch wenn die Prognosen nicht gut aussahen, „dass es so schlimm kommt, damit hätten wir nicht gerechnet. Wir sind in einer ernsthaften Krisensituation.“

Als „nicht zufriedenstellend“ bezeichnet Kreis-CDU-Chef und Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann aus Havixbeck das Ergebnis für die CDU. „Es haut mich aber auch nicht völlig aus den Socken.“ Er betrachte es als einen Ansporn, „auf Kreisebene können wir es sicher besser“.

Für Gregor Schäfer aus Lüdinghausen, der für die FDP im Kreis Coesfeld den Wahlkampf gestaltete, „hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.“ Kreis-FDP-Chef und Landtagsabgeordneter Henning Höne aus Coesfeld analysiert, dass es für die FDP zwar wieder nach oben gehe, „der Weg aber noch nicht zu Ende ist“. Es müsse „mehr gehen bei unseren Inhalten“, ist er überzeugt.

So wurde im Kreis Coesfeld gewählt:

CDU: 38,2 % (-9 %)

SPD: 15,4% (-11,8 %)

Grüne: 24,1 % ( + 14 %)

FDP: 6,6% (+2,5 %)

Die Linke: 2,8 % (-0,2 %)

AfD: 5,5, % (+1,8)

Familien-Partei: 1,0 % (+0,1)

-weitere Berichte am Montag in der Printausgabe

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