Kreis Coesfeld
Spiegel der besonderen Arbeit

Kreis Coesfeld. Wie soll die Astrid-Lindgren-Förderschule heißen, wenn sie zum nächsten Schuljahr von Lüdinghausen nach Nottuln in die frühere Geschwister-Scholl-Schule einzieht? 15 Vorschläge lagen dem Schulausschuss vor. Dieser einigte sich in seiner Sitzung darauf, sie auf die drei Favoriten zu reduzieren, die die Förderschule einbrachte: Ursula-Wölfel-Schule, Ruth-Cohn-Schule und Steverschule. Die Namen sollen nun die Fraktionen diskutieren – weitere Vorschläge sind dabei möglich. Der Kreistag entscheidet dann am 19. Juni. Da es in Nottuln bereits eine Astrid-Lindgren-Schule gibt, soll die Förderschule einen neuen Namen bekommen. „Wir können gut einen von der Förderschule erarbeiteten Vorschlag mittragen“, sagte Johannes Waldmann von der SPD (Ascheberg). Schließlich seien es die Schüler und Lehrer, die den Namen leben müssten. Ähnlich sah das auch Sabine Schäfer von der FDP (Lüdinghausen). Dr. Thomas Wenning von der CDU (Coesfeld) betonte, dass ein anderer Name als von der Schule favorisiert letztlich nicht in Frage käme. „Wir sollten uns immer danach richten, was die Schule will.“

Mittwoch, 05.06.2019, 09:36 Uhr
Kreis Coesfeld: Spiegel der besonderen Arbeit
Die Sanierung der früheren Geschwister-Scholl-Schule in Nottuln schreitet voran. Bis zum nächsten Schuljahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, weil die Astrid-Lindgren-Förderschule aus Lüdinghausen dann dort einzieht. Foto: Frank Vogel

Norbert Kummann (CDU) aus Nottuln brachte ein, es bei dem alten Namen – Geschwister-Scholl-Schule – zu belassen.

Schulleiterin Brigitte Siehoff erläuterte, die Förderschule habe bei ihren drei Vorschlägen Wert darauf gelegt, dass sich die besondere Arbeit in der Benennung widerspiegele. Der pädagogische Aspekt und der sonderpädagogische Kontext sollten im Namen erkennbar sein. Und: „Ein positiv besetzter Name wirkt auch positiv auf die Einrichtung“, sagte sie. Die Vorschläge Ursula-Wölfel-Schule und Ruth-Cohn-Schule beinhalten Namen von Pädagogen. Bei dem Vorschlag Steverschule steht der Fluss Stever, der durch zahlreiche Orte des Kreises Coesfeld fließt, als verbindendes Element und Symbol für Inklusion.

Das steckt hinter den Namen:

Die drei Vorschläge der Förderschule:

- Vorschlag Ursula-Wölfel-Schule: Ursula Wölfel (geb 1922) war eine Kinderbuchautorin, die im Ruhrgebiet aufwuchs und in Heidelberg und Frankfurt studierte. Sie war in verschiedenen Schulen tätig, 1955 bis 1958 unterrichtete sie als Sonderschullehrerin in Darmstadt, lebte später als freie Autorin. Für ihre Kinder- und Jugendbücher bekam sie mehrere Auszeichnungen. Bücher u.a.: „Feuerschuh und Windsandale“, „Ein Haus für alle“, Fliegender Stern“.Wölfel starb 2014 in Heidelberg.

- Vorschlag Ruth-Cohn-Schule: Ruth Cohn gilt als eine der der einflussreichsten Vertreterinnen der humanistischen und der psychodynamischen Psychologie. Sie entwickelte das Konzept „Themenzentrierte Interaktion (TZI)“ zur Arbeit in Gruppen. 1912 in Berlin geboren, flüchtete die Jüdin 1933 nach Zürich, 1941 in die USA. Sie betrieb eine psychotherapeutische Praxis in New York. 1974 kehrte sie nach Europa zurück; später lebte sie bis zu ihrem Tod 2010 in Düsseldorf.

- Vorschlag Steverschule: Die Stever entspringt in den Baumbergen bei der Bauerschaft Stevern und fließt über Appelhülsen nach Senden und Lüdinghausen, weiter über Olfen bis in den Halterner See. „Die Stever und das Wasser stehen symbolisch als verbindendes Element“, erläuterte Schulleiterin Brigitte Siehoff, wie die Schule auf den Namensvorschlag kam.

- Vorschlag Geschwister-Scholl-Schule: Diesen Vorschlag nannte im Ausschuss Norbert Kummann (CDU) aus Nottuln. Damit würde der alte Name der Schule in Nottuln bestehen bleiben, die bis zu ihrer Auflösung Geschwister-Scholl-Hauptschule hieß.

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