Kreis Coesfeld
Ackern für mehr Artenvielfalt

Kreis Coesfeld. Eine Wildblumenwiese für mehr Artenvielfalt in den Baumbergen direkt neben dem viel besuchten Ausflugsziel Longinusturm: Dort, wo sich auf dem höchsten Punkt in der Region Radfahrer, Motorradfahrer, Wanderer und Spaziergänger treffen, entstand ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt. Der landwirtschaftliche Kreisverband (WLV), das Naturschutzzentrum, der Naturschutzbund (Nabu), der Baumberge-Verein und der Kreis Coesfeld ackerten gemeinsam, um das Stück Land in eine bunte Wiese zu verwandeln. „Man kann hier gut sehen, was gemeinsam aus Säumen und Wegesrändern gemacht werden kann“, freute sich Thomas Zimmermann vom Naturschutzzentrum gestern bei der Vorstellung des Projekts. Landwirte und die „schnelle Einsatztruppe“ des Naturschutzzentrums bearbeiteten den Boden, trugen die obere Schicht ab, säten Blumen und Gräser aus. „Mit der Wiese soll den heimischen Arten ein Rückzugsraum geboten werden“, erläuterte Detlev Kröger vom Nabu. Es dauert allerdings noch, bis sich unterschiedliche Farben und Blüten entwickeln, „denn von heute auf morgen funktioniert das nicht“, erklärte Zimmermann.

Donnerstag, 06.06.2019, 09:50 Uhr
Kreis Coesfeld: Ackern für mehr Artenvielfalt
Zusammen eine Wiese angelegt: Vertreter des WLV und des Naturschutzzentrums mit WLV-Kreis-Vorsitzenden Michael Uckelmann (3.v.l.), Detlev Kröger (Nabu, 5.v.l.), Thomas Zimmermann (Naturschutzzentrum), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (8.v.l.), Josef Räckers (Baumberge-Verein (vorne), Erich Lefert (WLV; 3.v.r.) und Mitarbeitern der „schnellen Einsatztruppe“. Foto: v Foto: az

Betreten werden darf die Wiese nicht, darauf weisen die Schilder mit Erläuterungen hin, die gestern enthüllt wurden. Die Natur soll sich auf dem höchsten Punkt der Region entwickeln dürfen.

„Eine gute Sache, die wir von der Unteren Landschaftsbehörde gerne unterstützen“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Die Summe der inzwischen zahlreichen Artenvielfalt-Projekte zahle sich aus. Er appellierte an die Bürger, auch in ihren Gärten etwas zu unternehmen. „Ein bisschen mehr Mut zu Wildnis wäre schön“, sagte er.

„Man muss es einfach machen“, meinte Erich Lefert vom WLV Havixbeck-Hohenholte. 2012 entwickelte er Ideen für das Projekt „Blütenpracht am Wegesrand“, um es dann mit Kreisverbands-Vorsitzenden Michael Uckelmann voranzubringen. Das Ergebnis: Alle 26 Ortsverbände beteiligten sich, „wir dachten, wenn jeder zehn Kilometer aussät, hätten wir schon mal 125 Kilometer für Insekten und Artenvielfalt“, berichtete Lefert. Es wurden mehr: 300 Kilometer, dann folgten weitere Aktionen, und aktuell sind durch das „Blühende Band durch Bauernhand“ 5000 Kilometer Artenvielfalt-Streifen in Westfalen entstanden. Besonders engagiere sich gerade Senden, führte Levert als ein lobenswertes Beispiel auf. Es gibt weitere Ideen, um etwas zu unternehmen: „In Havixbeck wird kein Baugebiet mehr ohne Blühstreifen errichtet“, berichtete Lefert. Eine „einfache Aktion“, die auch die anderen Kommunen im Kreis Coesfeld veranlassen könnten, regte er an.

Diplomgeograph Josef Räckers, Vorsitzender des Baumberge-Vereins, freute sich über die gute Zusammenarbeit für die neue Wiese im Schatten des Longinus-Turms. „Uns als Initiatoren war es wichtig zu zeigen, dass es nicht eine Variante sein muss“, sagte er. Die Wiese, da ist er sich sicher, sei wegen ihres markanten und viel besuchten Standorts, ein – im wahrsten Sinn des Wortes – Höhepunkt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6669734?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker