Kreis Coesfeld
Neue Weichenstellung für den Schienennahverkehr

Kreis Coesfeld. Für den Schienennahverkehr werden die Weichen neu gestellt. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) als Dachverband will sich umstrukturieren, weil er sich davon erhofft, den Regionalverkehr effizienter organisieren zu können.

Freitag, 14.06.2019, 11:28 Uhr
Kreis Coesfeld: Neue Weichenstellung für den Schienennahverkehr
Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe will sich neu strukturieren – kritische Stimmen aus dem Kreis Coesfeld warnen davor, dass aus den Regionen noch weniger Einfluss möglich wird. Foto: Archiv

Zu den Aufgaben des NWL gehört es, den Zugverkehr in der Region zu planen; zuständig ist er auch für Finanzierungen. Entwickelt hat er etwa den gemeinsamen Westfalentarif. Der Kreis Coesfeld ist über den Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM) dem übergeordneten NWL angeschlossen und sieht das Vorhaben, über das intern bereits seit Monaten diskutiert wird, nicht unkritisch. Neu ist die Einrichtung eines Beirats, der künftig die Interessen der Mitgliedsverbände sicherstellen soll.

Der Kreisausschuss stimmte mehrheitlich den geplanten Änderungen zu – dagegen war die SPD; Grüne und FDP enthielten sich.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (CDU) stellte in Frage, ob es Sinn macht, „den Zwergenaufstand zu proben“. Es habe keinen Zweck, „das gallische Bergdorf zu spielen und das Vorhaben komplett abzulehnen“, meinte er. Die „bescheidenen Einflusmöglichkeiten“ sollte der Kreis Coesfeld besser offensiv nutzen, zumal mit der neuen Führungsspitze beim NWL durchaus Lösungen gefunden werden könnten. „Mit einer Ablehnung hätten wir ein Ausrufezeichen gesetzt. Aber ob es sinnvoll ist, wie ein trotziges Kind aufzutreten, ist fraglich.“ Klare Ablehnung vonseiten der SPD: „Wir sehen den Weg mehr als kritisch und sagen dazu Nein“, so Hermann-Josef Vogt, der in der Verbandsversammlung für die SPD vertreten ist. Mit der Neustrukturierung werde der Einfluss der einzelnen Regionen ab absurdum geführt – „wir sind nur noch beratend tätig“, kritisierte Vogt. „Uns geht es beim öffentlichen Nahverkehr um den Fahrgast – aber der spielt schon in den letzten fünf Jahren kaum eine Rolle.“ Bereits mit der Gründung des NWL im Jahr 2008 sei der Einfluss der einzelnen Regionen geschwächt worden. „Wir sind kein kleines Kind und nicht bockig“, stellte Vogt klar. „Es sind wichtige Gründe, die zu unserer Ablehnung geführt haben.“

Der Kreistag entscheidet in seiner Sitzung am 19. Juni, wie das Votum des Kreises Coesfeld zur Neustrukturierung ausfallen soll. Aufgefordert sind alle Mitgliedskreise.

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