Kreis Coesfeld
„Randstreifen sind keine Golfrasen“

Kreis Coesfeld. Naturräume und Lebensräume erhalten, Blühstreifen anlegen – dafür wird einiges getan im Kreis Coesfeld. Trotzdem: Der Naturschutzbund (Nabu) Kreis Coesfeld beobachtet auch in diesem Jahr wieder vielerorts Mähwahn an den Randstreifen von Straßen und Wegen. Vorsitzender Detlev Kröger wendete sich nun mit einem Schreiben an Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, in dem er ihn auffordert, sich dafür einzusetzen, die Mahd auf ein Minimum zu begrenzen.

Samstag, 15.06.2019, 08:00 Uhr
Kreis Coesfeld: „Randstreifen sind keine Golfrasen“
Für „übertriebenen Mähwahn“ hält der Vorsitzende des Nabu Kreis Coesfeld, Detlev Kröger, diese Aktion an der Landstraße bei Havixbeck, die er vor kurzem mit der Kamera festhielt. Foto: Detlev Kröger/Nabu

Erst kürzlich habe er gesehen, wie bei Havixbeck an einer Landstraße übertrieben gemäht worden sei, „obwohl der Streifen ohnehin schon wie ein Golfrasen aussah“, kritisiert der Vorsitzende. Dabei können die Randstreifen erheblich der heimischen Natur dienen, einen Beitrag zum Insektensterben leisten und dem Artenschwund entgegenwirken. „Das Artensterben ist zusammen mit der Klimakrise die größte Herausforderung unserer Menschheit“, meint Kröger. Dabei könnte es vielfach so einfach sein, durch weniger übertriebenen Ordnungssinn der Natur Lebensräume zu überlassen. Dies gelte besonders für Randstreifen an Straßen und Wegen.

Der Nabu fordert:

0 ein Meter Mähbreite reicht aus, um die Verkehrssicherheit an Kreisstraßen zu gewährleisten.

0 Hochstauden sollen unangetastet bleiben, damit sie überwintern können.

0 alle Mitarbeiter auf den Bauhöfen sollen besser geschult werden und es sollen Geräte angeschafft werden, die eine schonende Mahd mit Abtragung des Mahdguts ermöglichen.

0 es soll abschnittsweise gemäht werden und nicht eine Straße an einem Tag komplett gemulcht werden.

0 die Landwirte sollen nach der Ernte nicht immer komplett mulchen.

0 Anlieger sollen Randstreifen nicht in Golfrasen verwandeln. Diese Flächen seien Allgemeingut und dürfen nicht eigenmächtig zerstört werden.

Der Landrat soll sich für diese Punkte einsetzen und außerdem in einer Öffentlichkeitskampagne der Bevölkerung erklären, warum Kreis, Städte und Gemeinden mehr Wildnis zulassen möchten, fordern die Naturschützer. Außerdem regt Kröger die Einrichtung eines Runden Tisches an.

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