Kreis Coesfeld
„Perle des Klimaschutzes“ in Betrieb

Kreis Coesfeld. Die ehemalige Mülledonie bei Coesfeld bekommt Luft: Regierungsvizepräsident Dr. Ansgar Scheipers und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr nahmen gestern die innovative Anlage in Betrieb. „Ein Leuchtturmprojekt des Klimaschutzes“, sagte Schulze Pellengahr.

Mittwoch, 26.06.2019, 12:00 Uhr
Kreis Coesfeld: „Perle des Klimaschutzes“ in Betrieb
Nahme die Anlage offiziell in Betrieb: Regierungsvizepräsident Dr. Ansgar Scheipers (vorne 3.v.r.), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (4.v.r.), WBC-Geschäftsführer Stefan Bölte (2.v.r.), Joachim Gilbeau (Aufsichtsrat, 6.v.r.) sowie weitere Mitwirkende und Vertreter der Baufirmen. Foto: Viola ter Horst

Durch das eine Million Euro teure System werden in den nächsten acht bis zehn Jahren fast 90 0000 Tonnen an klimaschädlichen Gasen vermieden, die bei der Zersetzung des Abfalls entstehen. „Das ist so viel CO2, wie ein Auto auf 507 Millionen Kilometer ausstößt“, verglich Schulze Pellengahr bei der feierlichen Einweihung mit Vertretern der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC), des Kreises, des Planungsbüros und der beteiligten Baufirmen.

Der bis zu 28 Meter mächtige Müllberg, der zwischen 1969 und 2003 zwischen Coesfeld und Rosendahl in einer ehemaligen Tongrube auf einer Fläche von über 30 Fußballfeldern abgelagert worden ist und auf dem heute Schafe grasen, produziert nach wie Deponiegas – eine große Menge CO2. Anlass für die WBC, eine Belüftung oder, wie es fachlich heißt, „Aeroben in situ Stabilisierung“ zu untersuchen – eine Machbarkeitsstudie wurde vor vier Jahren mit einem überwältigen Ergebnis erstellt.

„Das funktioniert vom Prinzip her so wie beim Komposthaufen“, erläuterte Geschäftsführer Stefan Bölte. „Wenn man ihn umschichtet, bekommt er Luft und die Zersetzung geht schneller.“ Auch im Deponie-Körper zersetze sich die Substanz durch die Belüftung deutlich schneller. Parallel zur Belüftung werde auch die Abluft erfasst und behandelt. Die Folge der Deponie-Belüftung: kein oder nur noch sehr wenig klimaschädliches Deponiegas.

Regierungsvizepräsident Scheipers freute sich, eine „Perle des Klimaschutzs“ in der Region einzuweihen. Mit der innovativen Anlage gingen WBC und Kreis Coesfeld erneut „einen großen Schritt nach vorne“.

Landrat Schulze Pellengahr betonte, dass mit dem „mustergültigen Projekt“ weit mehr unternommen werde als gesetzlich vorgeschrieben. „Mit dem innovativen Verfahren werden klimaschädliche Belastungen nicht den künftigen Generationen aufgebürdet.“ Stattdessen hätten die Beteiligten überlegt, was jetzt machbar sei. Die Nachwirkungszeit der Deponie sei deutlich verkürzt worden.

Das freute auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der WBC und Kämmerer Joachim L. Gilbeau: „Ich komme hier immer gerne hin“, sagte er vor dem Hintergrund, dass sich unterm Strich die Projekte bezahlt machen.

Gefördert wurde die eine-Million-Euro-Anlage vom Bundesumweltministerium. Rund 367 000 Euro gab es aus dem Topf der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Wirtschaftsbetriebe WBC: Die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) ist ein privatrechtliches Unternehmen, dessen Gesellschafter allein der Kreis Coesfeld ist. Sie wurde Anfang 1996 durch Abspaltung von der EGW (Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland) gegründet und nimmt als Tochter des Kreises Coesfeld seit 1997 alle Aufgaben der Abfallwirtschaft wahr, die der Kreis Coesfeld gesetzlich erfüllen muss.

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