Kreis Coesfeld
Mit Meisen gegen den Prozessionsspinner

Kreis Coesfeld. Vielleicht lässt sich der Eichenprozessionsspinner mit Meisen und Rotkehlchen bekämpfen. In Holland gibt es positive Erfahrungen, wenn vermehrt Nistkästen aufgehängt werden, weil die Vögel die Raupe fressen. „Das wäre wunderbar, wenn das funktionieren würde“, meinte Nottulns Bürgermeisterin Manuela Mahnke, die sichvorstellen kann, in Nottuln rechtzeitig im nächsten Jahr einen Versuch zu starten. Der Eichenprozessionsspinner beschäftigte die Bürgermeister gestern einmal mehr in ihrer Konferenz, die diesmal in Nottuln stattfand. Bürgermeistersprecher Richard Borgmann betonte im anschließenden Pressegespräch, dass die Kommunen sich vom Land NRW weitere Hilfe erhoffen. „Ein Leitfaden ist in Ordnung, aber das reicht nicht“, sagte er. Alleine könnten die Kommunen es nicht schaffen, den Spinner unter Kontrolle zu bekommen. Durch die feinen, umherfliegenden Härchen stelle er ja auch ein gesundheitliches Problem dar. Zurzeit beseitigen die Kommunen die Nester über beauftragte Firmen – „in der Regel saugen sie sie ab und verzichten auf eine chemische Keule“, erklärte Borgmann. In den öffentlichen Bereichen der Kommunen seien so viele Nester, dass es nicht möglich sei, die Firmen, die für die Kommune tätig sind, auch auf private Grundstücke vorbeizuschicken. „Leider“, bedauerte Borgmann.

Dienstag, 02.07.2019, 09:51 Uhr

Ein weiteres Thema war die Unterstützung der Tafel. Die Coesfelder Tafel hat inzwischen auch von Bürgern aus Nottuln, Billerbeck, Havixbeck und Rosendahl Zulauf. Nach dem ersten Austausch gestern soll überlegt werden, in welcher Form die Städte und Gemeinden helfen können, der ehrenamtlichen Initiative unter die Arme zu greifen.

Zu Gast bei den Bürgermeistern war Detlev Kröger, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu), mit dem sich die Bürgermeister über das Mähen von Randstreifen unterhielten. „Wir möchten das Thema vor Ort weiter voranbringen und appellieren, so wenig wie möglich zu mähen“, sicherte Borgmann zu. Die Randstreifen dienen als Lebensräume für kleine Lebewesen und für die Entwicklung von Arten. „Allerdings müssen wir natürlich dafür sorgen, dass die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird.“ Auch wollen die Bürgermeister für mehr Naturentwicklung bei den Bürgern werben. Häufig sei es gesundheitlich nicht möglich, einen Garten zu pflegen oder es fehle an Zeit, so dass dann ein wenig naturfreundlicher Garten angelegt werde. „Eine Lösung könnte sein, dass Paten die Pflege von Gärten übernehmen“, so Borgmann.

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