Kreis Coesfeld
Trockenheit macht Gerste notreif

Kreis Coesfeld. Etwa zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren haben im Kreis Coesfeld die Drescher mit der Ernte begonnen. „Gerade auf den leichteren Böden ist die Gerste aufgrund des schlechteren Wasserhaltevermögens in den letzten Tagen teils notreif“, erläutert Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. „Bedingt durch Hitze und Wassermangel zwingt dies unsere Landwirte zu einem verfrühten Erntebeginn.“ Unter den Wintergetreidesorten spielt die Gerste nach Weizen und vor Triticale im Kreis Coesfeld die zweitgrößte Rolle und läutet jährlich die Getreideernte ein.

Dienstag, 02.07.2019, 10:54 Uhr
Kreis Coesfeld: Trockenheit macht Gerste notreif
Die Ernte hat im Kreis Coesfeld bereits begonnen, besonders auf den leichteren Böden, die Wasser nicht so gut speichern können, wie hier in Lüdinghausen (Aldenhövel). Foto: Felix Wierling

Bei einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt knapp 70 000 Hektar entfallen gut 45 Prozent auf Wintergetreide.

Die Körner werden in der Regel als Futtermittel für Schweine und Rinder benötigt und werden dazu entweder direkt auf dem Hof eingelagert oder zur Mischfutterproduktion an den Handel weiter verkauft. Das Stroh wird zum größten Teil zu Ballen gepresst und dann für die Nutztiere als Strukturfutter oder Einstreu genutzt. Aufgrund der Futterknappheit des letzten Jahres, sind einige Betriebe aber auch dazu übergegangen, Gerste oder Triticale als Ganzpflanzensilage einzufahren um so ein zusätzliches, wertvolles Grundfutter für ihre Rinder einlagern zu können.

Die Pflanzen die jetzt geerntet werden, wurden bereits im letzten Spätherbst auf den Feldern ausgesät. Bisher hatte sich der Großteil der Bestände gut entwickelt. Obwohl die Wasservorräte aufgrund der Dürre des letzten Jahres noch nicht wieder aufgefüllt waren, sorgten zwischenzeitiger Regen und ein mildes Frühjahr für gute Wachstumsbedingungen im Vergleich zum letzten Jahr. Insgesamt rechnen die Bauern nach erster Einschätzung mit einer durchschnittlichen Ernte.

Auf den schwereren Böden soll es spätestens am Wochenende losgehen. Abhängig von den kommenden Wetterverhältnissen kann sich die Getreideernte noch bis in den August hineinziehen, es folgen Stoppelbearbeitung, Aussaat der Zwischenfrüchte und ab Ende September die Maisernte. „Wir bitten daher die Mitbürger für die kommende Zeit um Verständnis, wenn der Verkehr durch unsere Maschinen einmal ins Stocken geraten sollte oder die Landwirte auch bis in die späte Nacht hinein arbeiten müssen, um die Ernte trocken und in guter Qualität einzufahren“, so Tobias Großerichter, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. In Teilen des Kreises haben Landwirte auf den Straßen den Schriftzug „Rücksicht macht Wege breit“ aufgebracht. „Wir wollen damit für ein gutes Miteinander bei der Nutzung von Wirtschaftswegen werben und alle Nutzer daran erinnern, dass ein partnerschaftlicher Umgang miteinander hilft, Konflikte zu vermeiden“, so Tobias Großerichter weiter.

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