Kreis Coesfeld
„Ein echtes Leuchtturmprojekt“

Kreis Coesfeld. Wumms, da lag er. Genau in dem Moment, als NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser als neue Schirmherrin für das Projekt „Blütenpracht am Wegesrand“ in Havixbeck eintrudelte, fiel der große Sonnenschirm um. Direkt neben der Schirmherrin, passend. Es ging locker daher mit dem hohen Besuch aus Düsseldorf im Garten von Landwirt Erich Lefert in Havixbeck-Hohenholte. Zwischen prachtvollen, duftenden Blüten summten Bienen und schwebten Schmetterlinge. Neben der Ministerin waren Johannes Röring, Präsident des WLV-Landwirtschaftsverbands, Landtagsabgeordneter Willi Korth (Coesfeld) und weitere Vertreter von Kreis und Gemeinde gekommen. Der hohe Besuch erschien nicht unbegründet, denn das Projekt „Blütenpracht am Wegesrand“ hat Kreise gezogen, wie WLV-Kreisvorsitzender Michael Uckelmann (Dülmen) erläuterte.

Freitag, 05.07.2019, 10:00 Uhr
Kreis Coesfeld: „Ein echtes Leuchtturmprojekt“
Hoher Besuch im Garten von Erich Lefert: Ministerin Ursula Heinen-Esser ist Schirmherrin für „Blütenpracht am Wegesrand“. Fotos vth Foto: az

Die Havixbecker Landwirte um Erich Lefert hatten schon 2013 die Idee, blühende Ränder für mehr Artenvielfalt und als Rückzugsort für Tiere anzulegen. Lefert fing einfach mal an. Daraus entstand das Projekt „Blütenpracht am Wegesrand“, das immer mehr Mitstreiter fand. „Es dehnte sich in ganz Westfalen aus“, erläuterte Uckelmann. Im Frühjahr säten im Kreis Coesfeld die Landwirte nun bereits im dritten Jahr in Folge Saatgut aus – auf einer Länge von 200 Kilometern, inzwischen sind alle 26 Ortsverbände dabei.

Ein „echtes Leuchtturmprojekt, weil es viele Nachahmer hat“, hob Heinen-Esser hervor. Gestartet in einer Zeit, als das Thema Klimaschutz noch nicht trendig war und gehypt wurde. „Dafür übernehme ich gerne die Schirmherrschaft.“ Die Ursachen für das Verschwinden von Arten seien vielfältig, erinnerte die Ministerin. Auch die zunehmende Bebauung von Flächen gehöre dazu, ein weiterer Punkt sei die Lichtverschmutzung. Und dass Steinvorgärten nicht gerade zur Artenvielfalt beitragen, sei auch klar. Doch unternehmen kann jeder zumindest eine Kleinigkeit. In Havixbeck etwa soll kein Baugebiet mehr ohne Blühstreifen entstehen. Bürgermeister Klaus Gromöller lobte das ehrenamtliche Engagement für den Artenschutz, mit dem Impulse für andere gesetzt worden seien.

Projekt-Mentor Erich Lefert freute sich, „dass von unserem relativ kleinen Ortsverband so eine Initialzündung ausging“ und besonders, dass das Projekt „bis in die Rathäuser im Kreis Coesfeld angekommen ist“.

Anneliese Haselkamp, stellvertretende Landrätin, ermahnte dazu, den Blick nie nur auf sich zu richten. „Unsere Generation hat die Erde nur von der nachfolgenden geliehen.“ Der Kreis mähe die Randstreifen nur noch bedingt und säe auf brachliegenden Flächen aus, nannte sie Beispiele. Das Obstbaumprojekt und zahlreiche Unternehmungen des Naturschutzzentrums zählten ebenfalls zu den Bemühungen des Kreises.

WLV-Präsident und Bundestagsabgeordneter Röring jedenfalls zeigte sich begeistert von den Aktionen „seiner“ Landwirte. „Es ist immer wieder ein Genuss, durchs Münsterland und besonders durch die Baumberge zu fahren“, sagte er.

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