Kreis Coesfeld
Naturgarten-Idee im Aufwind

Kreis Coesfeld. „Auch ein kleiner Garten ist eine endlose Aufgabe“. Diesem Zitat vom legendären Gartenfreund Karl Förster wird auch Thomas Fliß aus Coesfeld nicht widersprechen. Auf seinem acht Quadratmeter kleinen Balkon hat er ein Refugium für aktuell 91 vornehmlich einheimische Pflanzenarten geschaffen.

Samstag, 13.07.2019, 11:44 Uhr
Kreis Coesfeld: Naturgarten-Idee im Aufwind
Der traumhafte Garten von Ursula Malkus aus Billerbeck hat den Nabu-Wettbewerb „Naturnahe Gärten“ gewonnen. Foto: Dr. Matthias Wasserschaff

Als Gäste heißt er täglich zahlreiche Insekten- und Vogelarten willkommen. Das andere Extrem: Auf rund 6000 Quadratmetern hat sich Familie Gerversmann in Dülmen-Mitwick ein naturnahes Gartenparadies mit vielen „Zimmern“ eingerichtet. Dazu das alte Bauernhaus und die Waldrandlage – kein Besucher wird sich aus diesem Garten ohne „große Gefühle“ verabschieden.

Beide Gärten, wie auch elf weitere, dürfen sich nun mit der wetterfesten Plakette des Nabu schmücken, die Freunde und Bekannte nachfragen lässt, was es denn damit auf sich habe.

Kein Wettbewerb ohne Gewinner: Die Wahl fiel einstimmig auf den Garten von Ursula Malkus in Billerbeck. Rund 600 Quadratmeter groß, umrahmen Bäume, Sträucher, Stauden und viele Einjährige einen wunderschön und naturnah angelegten großen Gartenteich. Der erste Preis: 200 Euro für noch mehr Grün und Bunt oder für was auch immer. Ebenfalls herausragend und damit preiswürdig fanden die Juroren den Garten von Gretel Kaup in Coesfeld: 100 Euro Preisgeld für einen bereits Jahrzehnte bestehenden und liebevoll gepflegten Hausgarten. Auf rund 500 Quadratmetern angelegt, spürt der Besucher die innige Beziehung der Gärtnerin zu all ihren Pflanzen. Dass dort auch noch spielende Enkel ihren Platz finden, macht den Garten umso sympathischer.

Die Größe eines Gartens entscheidet nicht darüber, ob darin „eine Seele wohnt“. Es ist wohl die menschliche Liebe zu Pflanzen und Tieren und die Gestaltungsfreude im Umgang mit ihnen, die Gartenbegeisterte die Ausstrahlung eines Gartens spüren lässt. Und übrigens: „Naturgärtner“ sind keine beschaulichen Sonderlinge, sondern Menschen, die ganz im Leben und gleichzeitig mit der Natur auf Du und Du stehen. Der Verzicht auf jeglichen Gifteinsatz ist für sie eine Selbstverständlichkeit, denn Gift im Garten tötet weit mehr als den vermeintlichen Feind.

Der Nabu bedankt sich bei allen, die im Kreis Coesfeld an der Aktion teilgenommen haben und dafür, dass sie dem Schotterwüsten-Unwesen einen starken Kontrapunkt entgegensetzen.

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