Kreis Coesfeld
„Azubi-Ticket ist noch zu teuer“

Kreis Coesfeld. Seit Jahren setzen sie sich immer wieder dafür ein. Schon ihre Vorgänger, die inzwischen im Ruhestand sind, forderten ein günstigeres Bus- und Bahnticket für Auszubildende. Jetzt freuen sich die drei Schulleiter Sabine Neuser (Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg Lüdinghausen und Dülmen), Klaus Schneider (Pictorius-Berufskolleg Coesfeld) und Marc-André Tews (Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg Coesfeld), dass es zum 1. August endlich kommt: das Azubi-Ticket, mit dem Auszubildende das gesamte westfälische Nahverkehrssystem für 62 Euro pro Monat im Abo nutzen können. Mit einem Aufpreis von 20 Euro werden die Fahrtmöglichkeiten auf ganz NRW erweitert.

Samstag, 27.07.2019, 10:00 Uhr
Kreis Coesfeld: „Azubi-Ticket ist noch zu teuer“
Tauschten sich über ihre neue Initiative zum Azubi-Ticket aus: v.l. Martin Jasper (früherer Abteilungsleiter beim Kreis), Sabine Neuser vom Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, Klaus Schneider vom Pictorius-Berufskolleg und Marc-André Tews vom Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg. Foto: az

Neben den drei Schulleitern gehören der Initiative auch die drei ehemaligen Schulleiter der Berufskollegs (Rudolf Hege, Helmut Kortekamp und Monika Stoll-Röhl) sowie der ehemalige Abteilungsleiter Schule und Bildung des Kreises Coesfeld, Martin Jasper, an. Und Schluss ist mit ihrem Engagement noch lange nicht.

Denn, so Jasper, ebenfalls inzwischen im Ruhestand: „Das Ticket ist noch immer zu teuer.“ Für das nächste Jahr bereitet die Initiative deshalb unter dem Titel „Azubi-Start-Ticket im Kreis Coesfeld 2020“ ein gemeinsames Projekt von Ausbildungsbetrieben, Berufskollegs im Kreis Coesfeld und Kreis Coesfeld vor. Ziel: „Wir wollen erreichen, dass der Kreis die Azubi-Tickets im ersten Ausbildungsjahr mit monatlich 20 Euro fördert“, so Jasper. Voraussetzung sei, dass sich auch der Betrieb mit mindestens 31 Euro beteiligt und die Auszubildenden die Fachklassen der Berufskollegs des Kreises Coesfeld besuchen. „Damit würde für den Kreis und die Berufskollegs ein Alleinstellungsmerkmal kreiert werden“, so der frühere Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung.

Die Initiative hofft, dass sich mit dem Ticket die Attraktivität der Ausbildungsplätze im Kreis Coesfeld auch für Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erhöht. Die Bahn- und Bus-Verbindungen in den benachbarten Kreis Coesfeld sind gut. „Mit einem günstigen Ticket würden interessierte Jugendliche aus dem Ruhrgebiet den Kreis Coesfeld viel stärker für eine Ausbildung in Betracht ziehen“, ist sich Jasper sicher. Und den damit verbundenen Besuch eines der Berufskollegs im Kreis Coesfeld. Ein günstiges Bus- und Bahnticket trage sowohl zur Stärkung der Berufskollegs als auch gegen den Fachkräftemangel bei.

Das Projekt werde sowohl seitens der Kreishandwerkerschaft Coesfeld als auch vom Gewerkschaftsbund Kreis Coesfeld befürwortet, so Jasper. Nach der Sommerpause soll ein entsprechender Antrag in die politischen Gremien eingebracht werden. Denn die müssen darüber entscheiden, ob der Kreis die Gelder in die Hand nehmen soll. „Von der Kreispolitik kommen bislang nur positive Signale“, berichtet Jasper, der schon vorgefühlt hat und sich mit mehreren Politikern in Verbindung gesetzt hat. So habe sich der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Klimaschutz und Vorsitzende des Umweltausschusses, Dr. Thomas Wenning (CDU), mit Hinweis auf die vom Kreistag beschlossene „Handlungsoffensive für eine nachhaltige Mobilität im Kreis Coesfeld“ für das Projekt ausgesprochen. Auch aus den Reihen der SPD, der Grünen und der UWG habe es Zusagen gegeben, sich für das Projekt einzusetzen.

Zunächst geht es für die Initiative jetzt darum, das Azubi-Ticket bei den Auszubildenden im Kreis bekannter zu machen. Die Berufskollegs haben sich mit Infomaterial versorgt und wollen zu Beginn des neuen Schuljahres ihre Berufsschüler auf das Angebot hinweisen. Die Schulbüros stehen den Auszubildenden für Rückfragen zur Verfügung.

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