Kreis Coesfeld
Kein Wasser mehr aus Bächen und Flüssen nehmen

Kreis Coesfeld. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit bittet die Untere Wasserbehörde des Kreises Coesfeld die Bürger im Kreis darum, kein Wasser aus den Fließgewässern mehr zu entnehmen. Hintergrund sind stark gesunkene Wasserstände in den Gewässern; auch die vereinzelten Niederschläge in der Vorwoche haben keine wesentliche Verbesserung der Wasserstände gebracht. So ist etwa die Münstersche Aa auf den ersten Kilometern ihres Fließweges bis Hohenholte bereits ausgetrocknet.

Mittwoch, 07.08.2019, 10:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Kein Wasser mehr aus Bächen und Flüssen nehmen
Kaum Regen hat trockene Bäche zur Folge: Die Situation an der Münsterschen Aa. Foto: az

„Im Einzugsgebiet der Stever gibt es derzeit die Besonderheit, dass der Stever von der Gelsenwasser AG in Senden aus dem Dortmund-Ems-Kanal Wasser in einer Menge von circa 100.000 Kubikmetern pro Tag zugespeist wird“, berichtet Hermann Mollenhauer, Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Coesfeld.

Dies führe schnell zu einer verzerrten Darstellung über das Wasserangebot in der Stever: Wer sich auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW über Niedrigwasserstände informiert, kann durch das zugeführte Wasser den Eindruck gewinnen, dass im Kreis Coesfeld, insbesondere im Einzugsgebiet der Stever, kein Niedrigwasserstand vorliegt. Denn die Pegel zeigen einen entsprechend höheren Wasserstand an. „Mit dem eingespeisten Wasser sollen jedoch die Trinkwassertalsperren in Haltern versorgt werden, sodass es nicht auf dem Fließweg dorthin für Direktentnahmen, etwa für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen, zur Verfügung steht“, erläutert Mollenhauer.

Das wenige Wasser in den Bächen und Flüssen ist für die Fische und die anderen auf die Wasserführung angewiesenen Lebensgemeinschaften notwendig.

„Wer aktuell dennoch Wasser aus Fließgewässern entnimmt, gefährdet dadurch den Wasserhaushalt, den Naturhaushalt und die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie“, unterstreicht Mollenhauer.

Alle Inhaber einer Erlaubnis zur Entnahme von Wasser aus Fließgewässern sind zwingend an die in der Erlaubnis festgesetzten Mindestwasserstände gebunden. Sind diese unterschritten, ist jegliche Wasserentnahme umgehend einzustellen, so der Kreis. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld.

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