Kreis Coesfeld
Äcker für Bioenergie und Artenvielfalt

Kreis Coesfeld. Bioenergie und ökologische Vielfalt auf dem Acker. Bohnen im Mais und Getreide neben Blühstreifen: Eine Feldrundfahrt verdeutlichte gestern mehr als 60 Teilnehmern, wie eine Fläche gleichzeitig für Biogaspflanzen, Artenvielfalt und Naturschutz dienen kann.

Donnerstag, 08.08.2019, 11:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Äcker für Bioenergie und Artenvielfalt
Feldbegehung: In der Bauerschaft Stevede bei Coesfeld sehen sich die Teilnehmer eine Blühfläche an, die auch für Bioenergie-Erzeugung verwendet werden kann. Darunter Bauernpräsident Johannes Röring (vorne r.), l. daneben der Coesfelder Landtagsabgeordneter Willi Korth und Stiftungs-Geschäftsführer Wolfgang König (r.). Fotos: vth Foto: az

„Ziel des Modellprojektes ist es, ökologisch wertvolle Maßnahmen in den Anbau von Energiepflanzen zu integrieren“, erklärt Projektleiterin Christiane Baum von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft Münster. Gemeinsam mit Landwirten erprobt die Stiftung im Kreis Coesfeld jetzt im vierten Jahr Maßnahmen. Sechs Felder in Coesfeld und Rosendahl fuhren die Teilnehmer mit einem extra eingesetzten Bus ab.

„Das Projekt zeigt, dass Landwirte etwas für die Vielfalt tun, wenn man ihnen einen Anreiz gibt“, so CDU-Bundestagsabgeordneter und Bauernpräsident Johannes Röring, Vorsitzender der Stiftung. „Wir sind hier im Münsterland bereit und machen es.“ Allein in diesem Jahr wurden laut Stiftung 70 Hektar zu Gunsten der Artenvielfalt angelegt.

In der Coesfelder Bauerschaft Stevede stehen die Teilnehmer mitten in einem blühenden Feld: Steinklee, Eibisch und Fenchel wachsen meterhoch und bieten auch Rebhühnern und Wachteln einen Lebensraum. Zugleich können die Pflanzen zur Bioenergie-Erzeugung genutzt werden.

„Ich habe das Gefühl, ich biete den Tieren und der Natur etwas Gutes“, sagt Landwirt Henrik Schulze Hillert aus Coesfeld, der abwechselnd Getreide- und Blumenstreifen angelegt hat. „Ich bin selber auch Jäger und mit den Flächen bekommt das Wild Schutz und Deckung“, berichtet er. Schulze Hillert ist begeistert von dem Projekt. Er beobachte deutlich mehr Leben in seinen aufwendig angelegten Kombi-Maßnahmen, sagt er.

In Rosendahl besichtigten die Teilnehmer eine Maisfläche, auf der gleichzeitig Stangenbohnen angebaut werden. „Hier wird untersucht, welchen Einfluss die Bohnenblüten auf die Vielfalt blütenbestäubender Insekten haben“, so Baum. Außerdem geht es in dem Projekt um Bioenergie. Der Gasertrag des Gemenges werde im Labor analysiert, um Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit ziehen zu können, erklärt Baum.

Michael Uckelmann, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbands, unterstrich die Bedeutung ökonomisch rentabler Maßnahmen.

Landwirte, die mitwirken, gibt es inzwischen mehr als Mittel, sagt Geschäftsführer Wolfgang König. „Das zeigt uns, dass Landwirt sehr großes Interesse an Artenvielfalt und Bioenergie-Fragen haben.“

Das Projekt wird über sechs Jahre im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert. Es ist Teil des Verbundvorhabens „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“.

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