Kreis Coesfeld
Gewalt in der Pflege soll thematisiert werden

Kreis Coesfeld. Überforderung in einer Pflegesituation kann der Nährboden für Gewalt sein, die sowohl von Pflegepersonen als auch von den Pflegebedürftigen selbst ausgehen kann. Unlängst urteilte das Landgericht Münster über den Fall einer 86-jährigen aus dem Kreis Coesfeld, die ihren demenzkranken Ehemann vor einem halben Jahr getötet hat; die Frau war ebenfalls erkrankt. Das Thema Gewalt in der Pflege öffentlich zu diskutieren und Unterstützung anzubieten – dies ist das erklärte Ziel der neu gegründeten Arbeitsgruppe Gewaltfreie Pflege.

Donnerstag, 15.08.2019, 11:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Gewalt in der Pflege soll thematisiert werden
Fachleute der neu gegründeten Arbeitsgruppe „Gewaltfreie Pflege“ kamen zum Austausch zusammen. Foto: az

Hier engagieren sich Mitglieder des Arbeitskreises Geriatrie/Gerontopsychiatrie und des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen und Kindern. „Was hinter der Haustür passiert, bleibt meist verborgen“, berichtet Walburga Niemann, Koordinatorin des Runden Tisches. Niemann will mit weiteren Experten auf Hilfsangebote für Pflegende und Pflegebedürftige hinweisen, die zu Hause körperlichen und psychischen Übergriffen ausgesetzt sind. Elke Dieker, die für die Alzheimer Gesellschaft im Kreis Coesfeld e.V. Angehörige berät, erklärt dazu: „Gewalt entsteht oft durch Überforderung, finanzielle Probleme, Belastung durch Krankheit, Einsamkeit und das Gefühl, keine Unterstützung zu haben.“

Auf einem für den Herbst geplanten ersten Informationsabend sollen diese Aspekte der Pflege zu Hause aufgegriffen werden. Am Rande des Fachvortrags werde es genügend Zeit für den gemeinsamen Austausch geben, verspricht die Arbeitsgruppe. Für das Jahr 2020 plant die Arbeitsgruppe dann eine Tagung für Fachpublikum zum Thema Gewalt in der Pflege. Beide Veranstaltungen werden rechtzeitig angekündigt.

Pflegende Angehörige, die sich informieren wollen, können sich an die Pflege- und Wohnberatung des Kreises Coesfeld oder an die Alzheimer Gesellschaft in Nottuln wenden. Die Pflege- und Wohnberatung ist telefonisch unter 02541 / 18- 5520 oder 02541 / 18-5521 erreichbar. Die Alzheimer Gesellschaft kann unter der Tel. 02502 / 22034000 kontaktiert werden.

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