Kreis Coesfeld
CDU will günstigere Tickets für alle

Kreis Coesfeld. Günstigere Fahrkarten für Bus und Bahn im Kreis Coesfeld: Die CDU will nach der Sommerpause einen Antrag mit dem Ziel stellen, dass die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Coesfeld und bis in die angrenzende Regionen für die Bürger deutlich attraktiver wird. „Wir wollen eine effektive Maßnahme, damit mehr auf den Nahverkehr umsteigen“, sagt CDU-Fraktionssprecher Klaus-Viktor Kleerbaum (Dülmen) im Gespräch mit unserer Zeitung.

Donnerstag, 22.08.2019, 19:34 Uhr
Kreis Coesfeld: CDU will günstigere Tickets für alle
Günstigere Fahrkarten für Bus und Bahn: Die CDU will einen Antrag stellen, dass der Kreis Coesfeld Geld in die Hand nimmt, damit der Nahverkehr attraktiver wird. Foto: Falk Hemsing

Die Kreisverwaltung soll prüfen, was möglich ist – was es kosten würde, wenn bestimmte Fahrkarten günstiger werden – und zwar bis zu 50 Prozent. Bus- und Bahn-Experte Harald Koch (Billerbeck), der auch in der ZVM-Verbandsversammlung für die CDU vertreten ist, sagt, dass zu bestimmten Zeiten Bus und Bahn noch nicht ausgelastet seien. Etwa, nachdem morgens die Pendler raus sind. „Die Verwaltung könnte zum Beispiel prüfen, ob es Sinn macht, das Neun-Uhr-Ticket zu vergünstigen“, so Koch.

Die CDU stellt sich ein Pilotprojekt vor, das der Kreis Coesfeld als erster Kreis in dem Münsterlandverbund kurzfristig – spätestens ab 2020 – startet. „Zug- und Busfahren ist besonders auf den Kurzstrecken immer noch zu teuer“, findet Koch.

Finanziert werden müsste der Kreis Coesfeld die günstigeren Tickets. „Wir sind bereit, dafür durchaus tief in die Tasche zu greifen“, so Kleerbaum. Das Ergebnis biete schließlich auch weitreichende Erkenntnisse, inwieweit eine Preisreduzierung tatsächlich eine stärkere Nachfrage nach Bus und Bahn nach sich zieht. „Und wenn es nicht am Preis liegt, müssen wir überlegen, an welchen Stellschrauben wir noch drehen müssen“, so Koch.

Kleerbaum betont, dass das Projekt Bestandteil einer Reihe von Klimaschutzaktivitäten sei. Weniger Autoverkehr bedeute, Ressourcen zu schonen und schädliche Abgase zu vermeiden. „Wir gehen zudem davon aus, dass weitere Anreize vom Bund geschaffen werden“, so Kleerbaum.

Außerdem soll in der ZVM-Verbandsversammlung über münsterlandweite Änderungen bei den Strukturen der Tickets diskutiert werden. Neben Koch sind dort auch Politiker aus anderen Parteien des Kreises vertreten, die mehrfach betonten, im Sinne der Fahrgäste etwas unternehmen zu wollen. „Das wird aber sicherlich noch bis 2021 dauern, weil da ja viele Partner vertreten sind“, sagt Koch. Der Kreis Coesfeld könne im Alleingang schon mal schneller ein Projekt starten und Beispiel für die anderen Kreise sein.

Neben dem CDU-Vorstoß gibt es eine weitere Initiative im Kreis Coesfeld, die vom ehemaligen Kreis-Abteilungsleiter Martin Jasper zusammen mit den Berufskollegs eingefädelt wurde (wir berichteten). Diese hat zum Ziel, dass das neue Azubi-Ticket günstiger wird. Damit sollen auswärtige Jugendliche ermuntert werden, auch eine Ausbildung im Kreis Coesfeld in Erwägung zu ziehen – mit einem günstigen Ticket kämen sie ja gut in die Region. Das würde zugleich die Berufskollegs im Kreis Coesfeld stärken und gegen den Fachkräftmangel wirken, so die Hoffnung der Initiative.

Hier soll ebenfalls der Kreis Coesfeld die günstigeren Fahrkarten mitfinanzieren – neben den Ausbildungsbetrieben, so lautet der Vorschlag.

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