Kreis Coesfeld
Kinderlos? Mehr Hilfe für Paare

Kreis Coesfeld. Wieder fällt der Schwangerschaftstest negativ aus: Wenn ein Paar ein Kind möchte, aber es einfach nicht klappt, steht oft ein langer Behandlungsweg bevor.

Freitag, 23.08.2019, 10:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Kinderlos? Mehr Hilfe für Paare
Berät bei unerfülltem Kinderwunsch: Anne-Lore Pirch. Foto: Viola ter Horst

Immerhin gibt es jetzt finanziell eine größere Unterstützung. Die Landesregierung fördert erstmals Paare bei der medizinischen Behandlung. „Eine künstliche Befruchtung wirkt sich nicht nur körperlich belastend aus“, sagt Diplom-Pädagogin Anne-Lore Pirch, die in der Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität der Diakonie in Coesfeld kreisweit Paare bei unerfülltem Kinderwunsch hilft. Zumal die Behandlung keine Garantie für eine Schwangerschaft sei. „Die Hoffnung ist groß, aber wenn es doch nicht zu einem Kind kommt, ist die Enttäuschung riesig“, schildert Pirch. Dazu der körperliche Aspekt bei der Frau durch die Hormonumstellung.

Je nach Methode könne eine künstliche Befruchtung mehrere Tausend Euro kosten, erklärt die Expertin. Bislang übernahmen die gesetzlichen Krankenkassen die Hälfte der Kosten. „Das bedeutet, dass für ärmere Paare eine künstliche Befruchtung oft nicht bezahlbar war.“ Der Eigenanteil war immer noch zu hoch. Das ändert sich jetzt damit, dass NRW in das Bundesprogramm mit einsteigt. Künftig übernimmt das Land NRW mit dem Bund die Hälfte des Eigenanteils bei verheirateteten Paaren – bei bis zu vier Versuchen. Für unverheiratete Paare, die bislang gar keine Unterstützung bekamen, gibt es 25 Prozent und einen pauschalen Zuschlag, beim vierten Versuch bis zu 50 Prozent des Eigenanteils. „Das ist natürlich begrüßenswert, zumal es endlich auch für unverheiratete Paare Unterstützung gibt“, sagt Pirch.

Anträge auf eine Förderung können erstmals Ende August gestellt werden.

Wieviele Paare ungewollt kinderlos im Kreis Coesfeld sind, ist nicht bekannt. „Die Dunkelziffer ist hoch“, sagt Piech, Sie habe etwa 12 Betroffene, „viele Paare verlassen sich aber auf die ärztliche Betreuung“. Erst wenn deutlich werde, wie belastend die Situation geworden ist, wendeten sich die meisten Paare an die Beratungsstelle. „Mein Ziel ist es, das Paar bei den weiteren Entscheidungsprozessen zu unterstützen“, so Pirch. Dabei könne es um die weiteren medizinischen Schritte gehen, aber auch um die Frage, welche Alternativen es gibt, ob vielleicht eine Adoption in Frage kommt oder ob die Partnerschaft ohne Kinder ausgerichtet werden sollte.

0 Kontakt: Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität der Diakonie, Anne-Lore Pirch, Tel. 02541/5026.

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