Kreis Coesfeld
Neues Jugendamt auf der Zielgeraden

Kreis Coesfeld. Das Dröhnen der Bohrmaschine schallt schon aus der Ferne über den Schützenwall in Coesfeld. Am Eingang des neuen Kreishauses V bohrt ein Handwerker gerade die letzten Löcher für die Elektrik. Der Klinker kleidet das Gebäude bereits von zwei Seiten ein und ist an mehreren Stellen sogar schon verfugt. „Der Eingangsbereich wird komplett in Sandstein gefasst“, erläutert Dr. Christian Schulze Pellengahr. „Wir sind auf der Zielgeraden“, konstatiert der Landrat zufrieden bei der Baubegehung am Dienstagmorgen, nachdem er mit Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau noch einmal einen Blick in die Grundrissplanung geworfen hat. Ende September, spätestens Mitte Oktober soll das Kreisjugendamt in die neuen Räumlichkeiten umgezogen sein.

Mittwoch, 28.08.2019, 11:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Neues Jugendamt auf der Zielgeraden
Die Innenräume sind hell gestaltet und sollen im neuen Kreisjugendamt eine wohnliche Atmosphäre schaffen. Die beiden oberen Stockwerke – hier das Dachgeschoss – sind nur für die Mitarbeiter zugänglich. Foto: az

Nach der Grundsteinlegung im Juni 2018 steht das neue Gebäude der Kreisverwaltung nun vor der Fertigstellung. „Ab Montag werden die Gerüste abgebaut und Ende der Woche soll schon der Teppichboden geliefert werden“, nennt Gilbeau die weiteren Schritte. Im Eingangsbereich steigt den Besuchern im Moment noch der Geruch von Putz und Zement in die Nase. Und Besucher und Klienten werden es auch sein, die durch den großen Eingang das Gebäude betreten. „Die Mitarbeiter gehen von der Seite rein“, sagt Schulze Pellengahr. Vom Eingangsbereich aus ziehen sich Fliesen in Sandsteinoptik durch den Gebäudetrakt bis in die abzweigenden Besprechungszimmer. „Ausschlaggebend für den Neubau war, dass das Kreishaus II von 1925 mit Blick auf das Sicherheitskonzept überholt war“, erläutert der Landrat.

Im Erdgeschoss soll eine Tresensituation die Mitarbeiter vor Übergriffen schützen. Die beiden oberen Stockwerke sind ausschließlich den Angestellten vorbehalten. Über einen Aufzug sind alle Stockwerke barrierefrei erreichbar.

Bei der Raumgestaltung hat sich die Kreisverwaltung sehr vom neuen Rathausbau im niederländischen Almelo inspirieren lassen. Durch die Fensterfront ringsherum werden die Räume mit Licht geflutet, wie sich auch in den oberen Stockwerken zeigt. Sogenannte Denkzellen, in die sich Mitarbeiter beispielsweise für Telefongespräche zurückziehen können, werden in einigen Nischen eingerichtet – ebenfalls eine Idee aus Almelo. „Wir wollen hier eine wohnliche Atmosphäre für das Jugendamt schaffen“, meint Schulze Pellengahr.

Kabel für die zukünftige Beleuchtung hängen noch von der Decke. Die Segel zur Schalldämpfung stapeln sich verpackt in den Büros, teilweise haben die Handwerker sie auch schon an der Decke montiert, wie die leeren Kartons, die noch hier und dort herumliegen, zeigen. Die Küchenzeilen für die Mitarbeiter lassen sich aufgrund der bereits verlegten Wasser- und Stromanschlüsse ebenfalls schon erahnen.

Im Keller leuchtet ein Baustrahler die Treppe hoch. Ein Handwerker zieht gerade ein Stromkabel durch die Decke. „Hier haben wir die sanitären Anlagen für das ganze Gebäude, die über den Aufzug von überall schnell zu erreichen sind“, sagt Kreisdirektor Gilbeau und leuchtet per Handytaschenlampe in die noch dunklen Räume. Für einen Kellerraum auffallend gut ausgeleuchtet ist hingegen der große Umkleidebereich, von dem mehreren Duschräume abzweigen. „Da etliche Mitarbeiter mit dem Fahrrad kommen, können sie sich hier jetzt frischmachen“, meint Schulze Pellengahr. Und auch die Polizei könne den Multifunktionsraum bei ihren Sicherheitstrainings nutzen. Die Haustechnik befindet sich ebenfalls im Untergeschoss. „Wenn man die Fenster öffnet, geht die Heizung aus“, nennt Gilbeau ein Beispiel für die Optimierung der Energiekosten. Apropos Kosten: Insgesamt schlägt der Neubau mit rund 3,8 Millionen Euro zu Buche.

Wieder draußen sind die Fuger mit ihrer Arbeit am Klinker schon ein Stück vorangekommen. Auf den ersten Blick scheint noch viel zu tun zu sein. Doch ein Termin steht bereits fest: „Am 10. September kommen die Möbel“, sagt Joachim L. Gilbeau. „Wir wollen uns aber die Zeit für einen geordneten Umzug nehmen“, drückt Schulze Pellengahr etwas auf die Bremse. Mit einer offiziellen Eröffnung rechnet der Landrat im Oktober. „Wir werden ja nirgendwo rausgeworfen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6880489?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker