Kreis Coesfeld
Immer mehr Flüchtlinge in Arbeit

Kreis Coesfeld. 1600 Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 65 Jahren, die Sozialleistungen nach SGB II bekommen, lebten im Juni 2019 im Kreis Coesfeld. Davon 924 männlich und 675 weiblich, wie Sozialdezernent Detlef Schütt im Integrationsausschuss vortrug. Die meisten stammen mit 43 Prozent aus Syrien. 1015 von ihnen befinden sich in Integrations- und Sprachkursen sowie weiteren Maßnahmen, die die Jobcenter und der Kreis Coesfeld veranlassten.

Dienstag, 03.09.2019, 10:00 Uhr

Immer mehr schaffen den Sprung in Arbeit – 742 Geflüchtete sind inzwischen erwerbstätig. „Davon haben 381 Personen Arbeit, die auskömmlich ist – das freut uns ganz besonders“, so Schütt. Denn hier sei die Integration in den ersten Arbeitsmarkt gut gelungen – die 381 Personen verdienen so viel, dass sie keine Leistungsbezüge mehr benötigen. Dabei handelt es sich um Vermittlungen seit 2016.

Die Zahlen zeigen aber auch, dass es überwiegend Männer sind, die Beschäftigungen nachgehen: So nahmen zwischen Juli 2018 und Juni 2019 409 Männer und nur 60 Frauen eine Erwerbstätigkeit, eine berufliche Ausbildung, ein Praktikum oder eine schulische Ausbildung auf.

Mit besonderen Frauenprojekten („Hand in Hand – Perspektiven für Frauen“) versuche das Jobcenter des Kreises diese Problematik anzugehen, sagte Eckhard Schwoch, Teamleiter Hilfeplanung. „Es ist ein sensibles Thema. Man muss behutsam vorgehen, um keine neuen Konflikte zu schaffen.“ Er stellte zusammen mit der Integratiosnbeauftragten Lilia Luchian zahlreiche Förder- und Integrationsprojekte des Jobcenters und Dritter für Menschen mit Fluchthintergrund vor. Von Sprachkursen über Mobilitätshilfen bis zu Qualifizierungen und Weiterbildungen. „Alle Jobcenter im Kreis kennen die Programme“, so Schwoch auf entsprechende Fragen im Ausschuss. Angeregt wurde ein Coach für Flüchtlinge. Dezernent Schütt sagte, dass es an den Berufskollegs eine Klasse geben soll, in der verstärkt Fachdeutsch gelernt werde.

Herbert Wies, Fachbereichsleiter für Arbeit, Soziales, Ehrenamt und Senioren der Stadt Dülmen, stellte im Ausschuss Integrationskonzepte aus Dülmen vor. Dülmen gehörte zu 21 Städten, Gemeinden und Landkreisen, die für ihre vorbildlichen Integrations-Aktivitäten ausgezeichnet wurden. „Wir haben in unser Integrationskonzept festgeschrieben, dass wir für jeden Flüchtlinge einen individuellen Plan erarbeiten“, erläuterte Wies. Ergänzende Sprachkurse, die Sicherstellung des Schulbesuchs und eine Netzwerkbildung von Arbeitgebern waren einige Punkte aus dem Konzept, die Wies ausführte.

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