Kreis Coesfeld
Viel Raum für Förderung

Kreis Coesfeld. Möbel fehlen noch, Glaselemente am Treppengeländer, Bildschirme für die Unterrichtsräume. „Aber das sind Kleinigkeiten“, sagt Brigitte Siehoff, Schulleiterin der Steverschule. Das Wichtigste: Die Brandschutzanlage und die Elektrik sollen in den nächten Tagen rund laufen. „Der Unterricht beginnt am kommenden Dienstag“, versichert Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau.

Freitag, 06.09.2019, 11:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Viel Raum für Förderung
Die Steverschule ist fast fertig. Am Dienstag soll der Unterricht in der Förderschule des Kreises starten. Foto: Viola ter Horst

Eigentlich sollte der Unterricht pünktlich nach den Ferien in der umgebauten, früheren Geschwister-Scholl-Schule in Nottuln starten. Die Koffer im bisherigen Förderschulgebäude in Lüdinghausen waren für den Umzug nach Nottuln gepackt. Wegen der noch nicht fertigen Arbeiten verzögert sich für einen Teil der Schüler nun der Schulbeginn.

„Mit ein paar Tagen kann man leben – dafür ist es hier wunderbar geworden“, freut sich Siehoff bei einem Rundgang mit Vertretern des Straßen- und Hochbau-Ausschusses. Der Kreis ist Träger der Förderschule.

In den Klassenräumen soll es modernen Unterricht mit großen Computer-Bildschirmen statt Kreide-Tafeln geben. „Zentriert ausgerichteter Unterricht, bei dem der Lehrer vorne steht und die Schüler hinten sitzen, findet zwar noch statt“, erläutert Siehoff. „Aber die Schüler ziehen sich viel stärker in Gruppen zurück.“

Das frühere Hauptschul-Gebäude in Nottuln, das einst für 500 Schüler konzipiert war, bietet für den besonderen Anspruch der Förderschule „beste räumliche Voraussetzungen“, so Siehoff. Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse besuchen die Schule. „Wir unterrichten in kleinen Klassen mit zehn Schülern“, so Siehoff.

Rund 110 Schüler aus verschiedenen Orten des Kreises besuchen die Förderschule zum neuen Schuljahr. Dabei hat sich laut Siehoff die Sorge nicht bestätigt, dass sich aus dem Bereich Lüdinghausen weniger Schüler als bisher wegen der längeren Anfahrt angemeldet haben.

Eine Schulküche, ein Raum für die Ganztagsbetreuung und als besonderes Schmuckstück in der oberen Etage ein Saal mit wandlangem Holzschrank: „Der künftige Psychomotorik- Raum“, präsentiert Siehoff stolz. „Mit gelenkschonendem Boden.“ Für die in der Schule integrierte Jugendamts- und Schulsozialarbeit stehen künftig großzügige Räume zur Verfügung. „Wir sind froh, dass wir die Jugendhilfe bei uns in der Schule haben“, sagt Siehoff. Die Mitarbeiter seien ein Bindeglied zwischen Eltern, Schule und dem Jugendamt. „Viel Bewegungsfläche“ im neuen Gebäude – für den Unterricht, die AGs, Sozialtraining und Gespräche. Sogar ein Spielplatz direkt am Trakt der jüngeren Schüler wird gerade angelegt.

Einzig der graue, dickwandige Beton störte einige Ausschussmitglieder. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, wird sich daran wohl nichts ändern. „Aber durch Glaselemente und Licht wirkt das alles schon ganz anders“, findet Siehoff.

Im Herbst soll ein Fahrstuhl eingebaut werden, damit die Schule barrierefrei wird. Dann plant der Kreis auch die Einrichtung der neuen Zweit-Leistelle (Redundanzstelle) im Keller

Rund 5,8 Millionen Euro kostet der Umbau. Darin sind Baukosten und Grundstückserwerb enthalten; die Gemeinde Nottuln als Voreigentümerin bekam rund eine Million Euro. Mit 5,5 Millionen Euro bezahlt der Kreis Coesfeld als Schulträger den Umbau fast komplett aus dem Förderprogramm „Gute Schule“.

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