Kreis Coesfeld
Günstige Fahrten für Berufsschüler

Kreis Coesfeld. Gute Nachrichten für Berufsschüler. Der zuständige Fachausschuss gab in seiner Sitzung grünes Licht, dass der Kreis Coesfeld das landesweite Azubiticket bezuschussen soll. Statt 82 Euro soll es höchstens 31 Euro kosten, vorausgesetzt der Kreistag stimmt abschließend zu.

Donnerstag, 12.09.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 12.09.2019, 14:50 Uhr
Kreis Coesfeld: Günstige Fahrten für Berufsschüler
Auszubildende, die im Kreis Coesfeld ein Berufskolleg besuchen, können ab dem Schuljahr 2020 günstig pendeln. Der Kreis Coesfeld bezuschusst das Azubiticket – es würde statt 82 nur 31 Euro kosten, wenn auch der Ausbildungsbetrieb mitmacht. Foto: Archiv

Ab dem Schuljahr 2020/21 können dann Auszubildende im ersten Jahr, die ein Berufskolleg im Kreis Coesfeld besuchen, das supergünstige Ticket bekommen – sofern ihr Ausbildungsbetrieb auch mitmacht und sich mit mindestens 31 Euro monatlich beteiligt. Der Kreis Coesfeld gibt 20 Euro dazu. Somit würde das landesweit gültige Ticket für den Azubi in etwa so viel wie ein Semesterticket für Studenten kosten – 31 Euro.

Das zum 1. August in NRW eingeführte – bereits als günstiges Angebot vom Land gepriesene – Azubi-Ticket kostet regulär 62 Euro im Regionalverbund. Wenn es landesweit gelten soll, müssen Azubis 82 Euro im Monat zahlen. „Zu viel“, wie die Initiative um den früheren Abteilungsleiter beim Kreis, Martin Jasper, und die Berufskolleg-Leiter meint, die die die Idee für die Bezuschussung hatte. Sie will damit erreichen, dass sich mehr Jugendliche auch aus angrenzenden Regionen für eine Ausbildung im Kreis Coesfeld entscheiden. Ein günstiges Nahverkehrsticket könnte dazu beitragen. Handwerk und Industrie haben sich wiederholt für ein freiwilliges Azubi-Ticket ausgesprochen, um die Ausbildung attraktiver zu machen.

Der Kreis geht von jährlichen Kosten in Höhe von etwa 140 000 Euro aus, die er dazu buttern muss: Etwa 945 Schüler wären antragsberechtigt; der Kreis rechnet, dass zweidrittel tatsächlich einen Antrag stellen.

Die Kreis-Verwaltung, die das Anliegen der Initiative unterstützt, hebt weitere positive Effekte hervor: Eine höhere Nutzung des Nahverkehrs und damit ökologische Auswirkungen, eine Stärkung der kreiseigenen Berufskollegs und eine Entzerrung des Fachkräfte-Problems.

Dem schlossen sich die Politiker im Ausschuss an. „Wir begrüßen die Initiative“, sagte Ludger Wobbe (Ascheberg) von der CDU. „Das könnte ein Baustein sein, um Fachkräftemangel entgegen zu wirken.“ Das Projekt sollte als ein „Signal“ gestartet werden, „wir können dann ja sehen, ob es was gebracht hat“.

Auch die SPD fand lobende Worte, wenngleich Johannes Waldmann (Ascheberg) betonte, dass „der Geburtsfehler“ bei den ungleichen Preisen von Semesterticket und Azubiticket liege. Sabine Schäfer (Lüdinghausen) von der FDP betonte, dass die Bezuschussung ein Schritt in die richtige Richtung sei, der Ausbau des Nahverkehrs aber weiter vorangebracht werden müsse. „Nur ein günstiges Ticket verbessert den ÖPNV nicht.“

Diana Kurilla (SPD) aus Dülmen kritisierte, dass nicht auch Auszubildende das Ticket bekommen können, die nicht eine Berufsschule besuchen. „Etwa Absolventen der Pflegeausbildung, die zur Pflegeschule gehen.“

Dieser Aspekt soll nach der ersten Phase überprüft werden. „Wir sind zunächst von den Berufskollegs ausgegangen, weil wir da als Kreis Coesfeld ja der Schulträger sind“, erläuterte Dezernent Detlef Schütt.

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