Kreis Coesfeld
Trauriger Befund: Rotmilane vergiftet

Kreis Coesfeld (vth). Einen erschreckenden Fund machten bei der Kontrolle von Rotmilan-Nestern im Kreis Coesfeld Mitarbeiter des Naturschutzzentrums. Unter einem seit mehreren Jahren benutzten Horst fanden sie drei tote Rotmilane, die sie zur genaueren Untersuchung sofort zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Münster brachten. Von dort kam nun der traurige Befund: „Eines der Tiere, ein erst wenige Wochen altes Jungtier, war mit einer verbotenen Substanz vergiftet worden“, berichtet Matthias Olthoff vom Naturschutzzenrum. Der Verwesungsgrad der beiden anderen Tiere sei schon zu fortgeschritten gewesen, als dass bei diesen noch Giftreste hätten nachgewiesen werden können.

Montag, 07.10.2019, 10:52 Uhr
Kreis Coesfeld: Trauriger Befund: Rotmilane vergiftet
Simon Lüling, Bundesfreiwilligendienstler im Naturschutzzentrum, mit den vergifteten Rotmilanen. Foto: Naturschutzzentrum/ M. Olthoff

„Aus Ermittlungsgründen wollen wir den Fundort und die Art des verwendeten Giftes nicht öffentlich bekannt gegeben“, sagt Olthoff. Nachdem der Befund nun vorliegt, stellte das Naturschutzzentrum Strafanzeige gegen Unbekannt. „Jede Art der Nachstellung ist eine Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann“, betonen die Naturschützer. Und nicht nur das: Menschen, die mit dem Gift in Kontakt kommen oder Hunde, die den Köder aufnehmen, können schwere gesundheitliche Folgen davontragen.

Greifvögel wie der edle Rotmilan gehören zu den streng geschützten Arten. „Wir haben eine besondere Verantwortung, weil 50 Prozent des Gesamtbestands hier in Deutschland brütet“, erklärt Olthoff. Er sei sehr erfreut, dass der schöne Greifvogel in den letzten Jahren wieder öfter vorkomme. 2011 seien nur ein bis zwei Paare im Kreis Coesfeld gesichtet worden, „inzwischen leben hier zehn bis 20“. Der Vogel, der etwa 65 Zentimeter groß wird, fällt mit seinem rostrot gefärbten Farbkleid ins Auge.

Das Naturschutzzentrum bittet, bei verdächtigen Funden toter Greifvögel die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Coesfeld zu informieren.

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