Kreis Coesfeld
Hitzige Wellen im Klima-Unterausschuss

Kreis Coesfeld (vth). Keine Zustimmung fand der Antrag der Grünen im neuen Unterausschuss Klimaschutz, mit dem sie erreichen wollten, dass die Kreisverwaltung bei Vorschlägen für Projekte im Kreistag auch die Konsequenzen fürs Klima darstellt. „Zum Beispiel, wie es sich mit dem CO2-Verbrauch verhält“, erläuterte Willi Kortmann von den Grünen. Werner Schulze Esking von der CDU war der Meinung, dass es „gelebte Praxis“ sei, dass die Klimaverträglichkeit geprüft werde. „Wozu noch so ein Antrag?“ Ausschussvorsitzendem Dr. Thomas Wenning war die Forderung zu pragmatisch, „dann müssten ja auch soziale Maßnahmen und Themen wie die Kindergarten-Beiträge oder der Rettungsbedarfsplan danach überprüft werden“, meinte er und appellierte an die Grünen, „Konkretes“ einzubringen und als Antrag zu formulieren. „Wir sollten uns an Taten messen lassen und nicht an Fake-Anträgen“, kritiserte Christian Wohlgemuth (FDP).

Freitag, 08.11.2019, 10:00 Uhr

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr kam den Grünen entgegen: die Verwaltung könne sicherlich Angaben machen, sofern diese nicht ins Detail gehen müssten und eine seitenlange Analyse zur Konsequenz hätten. Das ging der CDU aber bereits zu weit. „Das wollen wir so nicht“, meinte Dr. Josef Gochermann, der zudem kritisierte, dass der Antrag in Teilen aus dem Bürgerantrag zur Ausrufung eines Klimanotstands kopiert worden sei, den der Kreistag bereits abgelehnt hatte.

Wenig Lob von den Grünen gab es andrerseits für das Grundsatzkonzept, das die CDU einbrachte und das ansonsten auf große Zustimmung in dem Unterausschuss stieß. „Da steht eigentlich gar nichts drin“, fand Willi Kortmann von den Grünen. „Wo sind die Visionen?“ Schulze Pellengahr entgegnete, dass es sich um einen Rahmen handele, der mit Ideen „von uns allen“ zu bestücken sei.

Nach dem Papier soll die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts wie bisher wesentlicher Bestandteil der Klimaschutzmanagerin sein. Diese Arbeit soll der neue Unterausschuss Klimaschutz politisch begleiten und ergänzen Mit dabei ist nun auch das Kreis-Tochterunternehmen Gesellschaft zur Förderung regenerativer Energie GFC – die neue Klimaschutzmanagerin hat dort und beim Kreis einen Stellenanteil. Innovative Klimaschutzprojekte sollen gemeinsam entwickelt werden. Vorstellbar sei, so Ausschussvorsitzender Wenning, dass der Kreis Aufträge an die GFC vergebe, konkret zum Beispiel den Ausbau weiterer Ladesäulen für E-Autos, die Bereitstellung von Photovoltaikanlagen oder den Ausbau eines E-Dienstwagenpools für die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld.

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