Kreis Coesfeld
Überraschende Förderschul-Pläne

Kreis Coesfeld. Überraschung im Schulausschuss: Die Jugendhilfe Werne plant offenbar, als privater Träger eine Förderschule mit zwei Standorten, einer davon soll im südlichen Kreis Coesfeld sein.

Mittwoch, 20.11.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 10:10 Uhr
Kreis Coesfeld: Überraschende Förderschul-Pläne
Seit dem Umzug der Förderschule von Lüdinghausen nach Nottuln wird nach wie vor über die Versorgung im Südkreis diskutiert. Zur Überraschung aller hat sich nun ein privater Träger gemeldet. Foto: Archiv

Eine schwere Pille für den Kreis Coesfeld, der gerade erst mit den Ergebnissen des Schulentwicklungsplan festgestellt hat, dass er mit seinen Förderschulen in Nottuln, Dülmen und Coesfeld „eigentlich gut versorgt ist“, wie Dezernent Detlef Schütt sagte. Der Kreis Coesfeld will Bedenken gegen die geplante Förderschule bei der Bezirksregierung erheben, wenn diese feststellen sollte, dass die bestehenden Förderschulen im Kreis Coesfeld dadurch gefährdet werden. Dafür stimmten gestern Abend der Kreis-Schulausschuss bei drei Enthaltungen.

Schütt sagte, er habe ein erstes Gespräch mit der Bezirksregierung geführt. Eine öffentliche Schule, die über Kreisgrenzen agiere, würde von der Bezirksregierung wohl nicht genehmigt werden, gab Schütt die Einschätzung weiter. „Bei einem privaten Träger ist das aber etwas anderes.“ Da gebe es keine Mindestgrößenvorschrift und keinen Konkurrenzschutz. Welche Konsequenzen sich ergeben, konnte Schütt nicht sagen. Gleichwohl habe die Bezirksregierung auch betont, sie sei eine Schulförderbehörde und keine Schulverhinderungsbehörde.

Entspannter sahen Alois Schnittker (Lüdinghausen) und Ludger Wobbe (Ascheberg) von der CDU das Projekt, die sich bei der Abstimmung enthielten. Nach dem Umzug der Förderschule von Lüdinghausen nach Nottuln fehle einfach eine Förderschule im südlichen Kreisgebiet, fasste Wobbe noch einmal die Kritik aus dem Südkreis zusammen. „Das ist kein blinder Aktionismus.“ Sehr zufrieden sei man nicht mit der Situation, so auch Schnittker.

Die Schüler seien dies aber wohl, erklärte Brigitte Siehoff, Schulleiterin der Steverschule. Zwar gebe es am neuen Standort in Nottuln noch einige Restarbeiten und „ein, zwei Meinungen von Eltern aus dem Südkreis, die nicht so zufrieden sind“, aber im großen und ganzen seien die Rückmeldungen positiv. Ein Schüler habe zu ihr nach dem Umzug sogar staunend gesagt: „Frau Siehoff, die Schule ist ein einziges Kunstwerk.“

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